Die politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland verschieben sich weiterhin merklich. Während CDU und CSU laut RTL/ntv Trendbarometer ein Rekordtief von 21 Prozent erreichen, zeigt sich die AfD mit 28 Prozent unverändert stark. Das bedeutet, dass der Vorsprung der AfD ein Rekordhoch von sieben Prozentpunkten erreicht hat.
Während die Grünen 16 Prozent vorweisen können, fällt die Linke auf 12 Prozent zurück. Damit ist die SPD mit ebenfalls 12 Prozent nicht mehr allein die Umfrage-schwächste Partei im deutschen Parlament. Die FDP hält sich weiterhin bei 4 Prozent und liegt damit schon fast zwei Monate durchgehend unter der 5-Prozent-Hürde.
Wenn diese Woche in Deutschland gewählt würde, ergäbe sich folgendes Bild (im Gegensatz zur Bundestagswahl 2025):
AfD: 28 Prozent (20,8 Prozent)
Union: 21 Prozent (28,5 Prozent)
Grüne: 16 Prozent (11,6 Prozent)
Linke: 12 Prozent (8,8 Prozent)
SPD: 12 Prozent (16,4 Prozent)
FDP: 4 Prozent (4,3 Prozent)
Quelle: Forsa/NTV
Wie NTV berichtet, liegt der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen aktuell bei 27 Prozent. Das sind deutlich mehr als bei der letzten Bundestagswahl: Damals lag dieser Wert bei 17,9 Prozent.
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat die Deutschen auch gefragt, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird. Die häufigste Antwort mit 56 Prozent: Keine. Was die Parteien betrifft, liegt die AfD hier mit 14 Prozent weiterhin vorne, verliert aber – so wie auch die Union und die SPD – einen Prozentpunkt zur Vorwoche. Die CDU liegt nun bei 12 Prozent, Grüne und Linke kommen jeweils auf 6 Prozent. Nur vier Prozent sehen die SPD als kompetenteste Partei.
Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Union erreichen ebenfalls einen Tiefpunkt: Nur 14 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden, ein Prozent weniger als vergangene Woche. Die Unzufriedenheit steigt um zwei Punkte auf 85 Prozent.
Kritik an Merz gibt es vor allem wegen seiner Personalentscheidungen im Kabinett und an der Parteispitze. Besonders in den eigenen Reihen wird er dafür scharf kritisiert - auch die Hälfte der Union-Anhänger zeigt sich mit dem CDU-Chef unzufrieden.
Deshalb mehren sich Spekulationen, dass die Union Merz im Herbst als Kanzler fallen lassen könnte - besonders dann, falls die CDU bei den Landtagswahlen schlecht abschneidet. In einer Sonderumfrage für den "Stern" und RTL sprachen sich schon jetzt 46 Prozent der Unionsanhänger für einen Kanzlerwechsel aus.
Wie NTV berichtet, beschäftigt die Lage und das Handeln der Bundesregierung die Menschen weiterhin am meisten. Danach folgen die wirtschaftliche Situation und die Regierungsumbildung. Ebenso oft wird der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin genannt. Auch die Kriege im Nahen Osten und die Waldbrände in Europa bereiten den Deutschen Sorgen.
Besonders negativ fallen die Erwartungen an die Wirtschaft aus: Laut NTV rechnen 73 Prozent mit einer Verschlechterung - so pessimistisch war der Ausblick das ganze Jahr über nicht. Diese Frustration dürfte sich auch in den Umfragewerten widerspiegeln.