Das Problem ist bekannt: Nach wie vor sind hierzulande viele Markenprodukte deutlich teurer als in den Nachbarländern. Jetzt erhöht Österreich den Druck auf die EU: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) ist in Kontakt mit der Kommission.
Zahlen der Arbeiterkammer belegen die Misere: Ein Warenkorb mit gleichen Markenartikeln ist in Österreich im Schnitt rund 26 bis 30 Prozent teurer als in Deutschland. Bei einzelnen Lebensmitteln oder Drogeriewaren betragen die Aufschläge sogar mehr als 90 und bis zu 120 Prozent.
Eine besonders schlimme Folge der hohen Inflation: Laut KSV ist die Zahl der eröffneten Privatkonkurse ist in den ersten neun Monaten in Oberösterreich deutlich gestiegen. Das unrühmliche Plus verglichen mit der Vorjahresperiode: 15 Prozent auf insgesamt 1.121 Verfahren.
Bei den vorläufigen Passiva, also Schulden, zeigt sich ein Anstieg von 27,9 Prozent auf rund 156 Millionen Euro (Stichtag: 9. September). Das bedeutet ein durchschnittliches Ausmaß von etwa 139.000 Euro pro Schuldner – und damit um zirka 14.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr.
Für die Probleme machen die Experten des Linzer Kreditschutzverband-Standortes mehrere Faktoren verantwortlich: Eine wesentliche Rolle spielen demnach das generell hohe Preisniveau sowie die weiterhin hohen Kosten für Wohnen und Energie. Diese Faktoren wirken negativ auf die Kaufkraft, erhöhen den Kostendruck und steigern das Risiko finanzieller Engpässe.
Bis Jahresende rechnet der KSV mit einer Beruhigung der Situation. Aber: Die Zahl der eröffneten Verfahren dürfte bei rund 1.400 zu liegen kommen.