Ein tödlicher Zwischenfall bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE sorgt in Texas für Aufsehen: Bei einer Fahrzeugkontrolle in Houston wurde ein Mexikaner von einem ICE-Mitarbeiter erschossen. Nach Angaben seiner Familie lebte der Mann seit fast 35 Jahren in den USA.
Laut dem US-Heimatschutzministerium versuchten ICE-Mitarbeiter am Dienstag, das Auto von Lorenzo Salgado anzuhalten. Der Mann habe jedoch "versucht, sich der Festnahme zu entziehen".
"Den uns vorliegenden Informationen zufolge rammte er ein ICE-Einsatzfahrzeug, ignorierte mehrfache mündliche Anweisungen und setzte sein Fahrzeug als Waffe ein, um zu versuchen, einen ICE-Bundesbediensteten zu überfahren, woraufhin unser Mitarbeiter in Notwehr von seiner Dienstwaffe Gebrauch machte", erklärte das Ministerium auf X.
Salgado wurde durch die Schüsse verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag er laut den Behörden seinen Verletzungen.
Die Familie des Getöteten schildert den Vorfall anders. Sein Sohn Ronaldo Salgado schrieb auf Facebook, sein "hart arbeitender mexikanischer" Vater sei auf dem Weg zu seiner Arbeit auf einer Baustelle gewesen, als er getötet wurde.
"Mein Vater hat das nicht verdient", schrieb Ronaldo Salgado. "Mein Vater lebte seit fast 35 Jahren in diesem Land und arbeitete auf dem Bau, um für mich, meine beiden Brüder und meine Mutter zu sorgen."
Es handelt sich um den ersten tödlichen Schusswaffeneinsatz von ICE-Mitarbeitern seit dem Tod der US-Bürger Renee Good und Alex Pretti im Jänner. Die beiden waren damals bei zwei getrennten Vorfällen in Minneapolis ums Leben gekommen. Ihr Tod hatte massive Proteste gegen die strikte Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump sowie gegen die Einwanderungsbehörde ICE ausgelöst.