Ein 85-jähriger Deutscher ist im Gewahrsam der US-Migrationsbehörde ICE gestorben. Der Mann verstarb laut einer Mitteilung der Behörde im texanischen Harlingen, nachdem er dort seit November in einer Klinik behandelt worden war.
Nach Angaben von ICE wurde der 85-Jährige unter anderem wegen Demenz, Bluthochdruck, kognitiver Beeinträchtigungen und Magengeschwüren medizinisch versorgt. Ein Arzt stellte demnach am 24. Juni seinen Tod fest. Zur Klärung der genauen Todesursache wurde eine Obduktion angeordnet.
Der Mann hatte laut ICE Ende August 2025 am Grenzübergang in Laredo versucht, in die USA einzureisen. Weil ihm gültige Einreisedokumente fehlten, wurde ihm die Einreise verweigert. Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) leitete daraufhin ein Verfahren ein und verwies den Fall an ein Gericht des US-Justizministeriums.
Bereits einen Tag später wurde der Deutsche in den Gewahrsam der Einwanderungsbehörde ICE überstellt. Rund einen Monat danach brachte ihn die Behörde in einem Pflegeheim unter. Seit November befand er sich schließlich in einer Klinik in Harlingen.
Nach Angaben von ICE wurden neben mehreren US-Behörden auch das deutsche Generalkonsulat sowie Angehörige des Verstorbenen über den Todesfall informiert. Harlingen und Laredo liegen im US-Bundesstaat Texas unmittelbar an der Grenze zu Mexiko.
Die US-Migrationsbehörde ICE steht seit Monaten wegen ihres harten Vorgehens gegen mutmaßlich illegal eingereiste Migranten in der Kritik. Unter US-Präsident Donald Trump wurde eine groß angelegte Abschiebekampagne gegen Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus gestartet. Das Vorgehen der Behörden löste in den USA zahlreiche Proteste aus, insbesondere nach den tödlichen Schüssen auf die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti im Jänner.