Während in Wien über überhitzte Klassenzimmer und belastete Spitäler diskutiert wird, bleibt laut FPÖ eine besonders gefährdete Gruppe bislang unbeachtet: die Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen. Gerade bei Temperaturen von bis zu 40 Grad werde der Alltag für viele ältere Menschen zur massiven gesundheitlichen Belastung.
FPÖ-Seniorensprecher Paul Stadler (69) sieht darin ein Versäumnis der Stadt Wien. "Es ist nicht hinnehmbar, dass in einer Millionenstadt im Jahr 2026 die meisten städtischen Pflegeeinrichtungen weiterhin nicht ausreichend auf extreme Sommertemperaturen vorbereitet sind. Hochbetagte Menschen und andere vulnerable Gruppen sind diesen Temperaturen schutzlos ausgesetzt und riskieren dabei Hitzeschläge sowie ernsthafte gesundheitliche Schäden", so Stadler.
Der Freiheitliche Gemeinderat kritisiert, dass die Stadt Millionen in Prestigeprojekte investiere, während beim Schutz besonders gefährdeter Menschen gespart werde. Als Beispiel nennt er einen 700 Meter langen Radweg um 6,3 Millionen Euro. Statt klarer Prioritäten gebe es aus seiner Sicht vor allem Ankündigungen, während notwendige Maßnahmen in Pflegeeinrichtungen ausbleiben würden.
Als Lösung fordert die FPÖ den raschen Ausbau der Fernkühlung für Pflegeeinrichtungen. Wo dies technisch nicht möglich sei, müssten ausreichend Klimageräte installiert werden. "Hier ist Stadtrat Hacker in der Verantwortung, endlich für wirksame und rasche Umsetzung zu sorgen. Senioren dürfen dieser lebensgefährlichen Hitze keinen Tag länger ungeschützt ausgesetzt sein", appelliert Stadler.
Das Thema betrifft zahlreiche Menschen in der Bundeshauptstadt. In Wien gibt es – je nach Zählweise und Träger – rund 90 Pflege- und Seniorenheime beziehungsweise Pflegewohnhäuser. Dazu zählen städtische Einrichtungen, Häuser des Fonds Soziales Wien sowie private Träger. Der Wiener Gesundheitsverbund betreibt selbst neun Pflegehäuser.
Ältere Menschen zählen bei großer Hitze zu den besonders gefährdeten Personengruppen. Mit zunehmendem Alter lässt das Durstempfinden nach, gleichzeitig kann der Körper hohe Temperaturen schlechter ausgleichen. Mediziner warnen deshalb regelmäßig vor Hitzeschlägen, Kreislaufproblemen und einer erhöhten Sterblichkeit während extremer Hitzewellen.