Mitten im Zentrum von Modena in Italien hat sich am Samstag ein dramatischer Vorfall ereignet. Ein 31-jähriger Mann ist mit seinem Auto gezielt auf Passanten losgefahren. Mehrere Menschen wurden dabei verletzt. Schockierende Bilder vom Tatort zeigen das Ausmaß des Geschehens.
Laut italienischen Medienberichten, auf die sich auch "20 Minuten" bezieht, soll der Lenker, Salim K., an einer schizoiden Persönlichkeitsstörung gelitten haben. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Am Donnerstag haben Ermittler der Anti-Terror-Einheit und des Staatsschutzes die Krankenakten in einem psychiatrischen Zentrum in Castelfranco Emilia sichergestellt. Dort war der 31-Jährige bis vor zwei Jahren in Behandlung, wie der "Corriere" berichtet.
Der Sohn marokkanischer Eltern lebt heute in Ravarino bei Modena. Am Samstag soll er laut Polizei in der Via Emilia mit hoher Geschwindigkeit auf das Gehsteig gefahren sein, um Fußgänger zu erfassen. Die Behörden ermitteln wegen versuchten mehrfachen Mordes.
Der 31-Jährige war weder alkoholisiert noch stand er unter Drogeneinfluss. Ob Medikamente im Spiel waren, wird noch untersucht. Bis jetzt er polizeilich nicht aufgefallen und hatte keine Vorstrafen. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler laut Medienberichten keine Hinweise auf extremistische Verbindungen oder eine islamistische Radikalisierung. Nun werden Bankdaten, Mobiltelefone und weitere elektronische Geräte des Mannes ausgewertet.
Die Ermittler prüfen derzeit, ob finanzielle Schwierigkeiten oder persönliche Motive hinter der Tat stecken könnten. Nachbarn beschreiben den arbeitslosen Betriebswirtschaftsabsolventen als ruhigen Burschen. Er soll schon länger erfolglos nach einem Job gesucht haben.
Der 31-Jährige raste mit hoher Geschwindigkeit auf den Gehsteig und erfasste mehrere Passanten. Danach versuchte er zu flüchten und verließ das Auto mit einem Messer in der Hand – so berichten es mehrere Augenzeugen. Mehrere Passanten nahmen die Verfolgung auf und konnten den Mann schließlich überwältigen.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nannte den Vorfall "sehr schwerwiegend". In den sozialen Medien sprach sie den Verletzten und ihren Familien ihr Mitgefühl aus und bedankte sich bei den mutigen Bürgern, die den Täter gestoppt haben.