Nach dem gescheiterten Rettungsversuch des Buckelwals vor der dänischen Insel Anholt stellen sich viele Fragen zu den genauen Umständen seines Todes.
Die letzten Tage des Tieres, das mehrfach gestrandet war, bleiben rätselhaft – ebenso wie die Entscheidung, Timmy nach einer kräftezehrenden Rettungsaktion überstürzt freizulassen.
Am 28. April feierten Helfer, als Timmy aus eigener Kraft die Barge vor Poel erreichte, die ihm die Freiheit bringen sollte. Trotz der Hoffnung vieler Beobachter hatten Experten schon damals den schlechten Zustand des Wals betont. Ob Timmy nach seiner vierten Strandung überhaupt noch eine Überlebenschance hatte, ist weiterhin unklar.
Wie die "Bild" berichtet, fordert Meeresbiologe Fabian Ritter nun eine umfassende Obduktion des Tieres. Nur so könne geklärt werden, ob etwa ein Netz im Maul oder Verletzungen durch frühere Strandungen entscheidend waren. Eine Gewebeprobe wurde bereits entnommen und soll analysiert werden.
Eine Untersuchung des Magens könnte laut Ritter weitere Aufschlüsse geben. "Dann sehen wir, ob und was er zuletzt gefressen hat oder ob er Netzreste verschluckt hat", erklärt der Experte. Wenn Timmy zuletzt nichts mehr aufnehmen konnte, könnte er durch Entkräftung gestorben sein.
Greenpeace äußerte schon früh Bedenken, dass der Wal nach seiner Freilassung ertrinken würde. Die genaue Ursache könne allerdings nur schwer nachgewiesen werden, da Wale im Wasser ersticken, wenn sie nicht mehr auftauchen können – das Blasloch bleibt dabei geschlossen.
Der Zustand der Haut und mögliche innere Verletzungen könnten weitere Hinweise liefern. 'Der Zustand der Haut war immer prekär. Der Wal lag viel an Land. Dafür sind Wale aber nicht gemacht. Innere Verletzungen sind möglich', so Ritter weiter. Auch die Folgen einer Verletzung durch eine Baggerschaufel seien noch unklar.
Für Ritter steht fest: 'Der Wal hat wahnsinnig viel Stress und mutmaßlich auch starke Schmerzen erlitten.' Ob eine umfassende Untersuchung oder Obduktion tatsächlich stattfindet, ist noch offen.
Die dänische Umweltbehörde hat bislang keine konkreten Pläne. Gespräche zwischen deutschen und dänischen Behörden stehen noch aus.