Fingierter Coup

Anwaltsgattin soll Kanzlei-Einbruch frei erfunden haben

In Wien steht die Ehefrau eines Ex-Anwalts unter Anklage, weil sie 75.000 Euro aus einer Kanzlei gestohlen und als Raub getarnt haben soll.
Christian Tomsits
21.03.2026, 15:24
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Neue Wendung im Fall rund um die Frau eines ehemaligen Anwalts nach unfassbaren Vorgängen in dessen Wiener Kanzlei – die Staatsanwaltschaft brachte nun Anklage gegen die mehrfach vorbestrafte 32-Jährige ein. Die gebürtige Tschetschenin soll im Juni 2025 einen Einbruch in die Räumlichkeiten des Juristen frei erfunden haben, dabei sollen 75.000 Euro aus dem Tresor verschwunden sein.

Besonders brisant: Die Frau soll zwei unbescholtenen Klienten die Tat angehängt haben. Gegenüber der Polizei schilderte sie laut Anklage in Tränen aufgelöst vom dramatischen Überfall: Die Männer hätten die Kanzlei verwüstet, sie gezwungen, den Tresor zu öffnen und sogar ihre Kleidung teilweise zerrissen.

Doch die Geschichte hielt nicht stand. Die Beschuldigten konnten mit Handyaufnahmen belegen, dass sie sich zwar im Stiegenhaus befanden, die Kanzlei aber nie betreten hatten. Sie waren von der Frau selbst dorthin bestellt worden. Die beiden wurden rasch wieder freigelassen.

Die Ermittlungen nahmen daraufhin eine neue Richtung. Nun geht es um den Verdacht des Vortäuschens einer strafbaren Handlung, Verleumdung und falscher Zeugenaussage. Doch damit nicht genug: Die Frau soll sich mehrfach als Anwältin und "Frau Doktor" ausgegeben haben, um an Geld von Mandanten zu kommen – ohne Leistung, ohne Rechnung. Auch ein Diebstahl bei einem bettlägerigen Bekannten steht im Raum.

Seit Jänner sitzt die 32-Jährige wegen Tatbegehungsgefahr in U-Haft – wir berichteten. Zudem muss sie sich schon bald wegen eines tödlichen Autounfalls vor dem Oberlandesgericht Wien verantworten. Die Unschuldsvermutung gilt.

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