Die Asiatische Hornisse rückt näher an Oberösterreich heran. Vor einem Monat wurde in Kössen in Tirol ein Nest entfernt. Jetzt gibt es auch aus München bestätigte Nachweise. Der OÖ Landesverband für Bienenzucht reagiert und trainiert schon den Ernstfall.
Am Freitag, 9. Oktober, findet in Lochen am See eine Not-Übung statt. Bis zu 40 Teilnehmer werden lernen, wie die Asiatische Hornisse erkannt, ihre Nester aufgespürt und die notwendige Ausrüstung sicher eingesetzt wird.
Die Gefahr ist besonders für Imker groß. Die Asiatische Hornisse jagt Honigbienen und andere Insekten, um damit ihre Brut zu versorgen.
Starker Jagddruck kann Bienenvölker belasten und dazu führen, dass deren Sammelaktivität eingeschränkt wird. Auch andere Bestäuber zählen zur Beute. Welche konkreten Auswirkungen eine Ausbreitung auf Bestäubung und Landwirtschaft in Oberösterreich hätte, lässt sich derzeit allerdings nicht pauschal vorhersagen.
Umso wichtiger ist es, so der Landesverband, mögliche Vorkommen früh zu erkennen. Meldungen und das rasche Auffinden von Nestern sollen dabei helfen, weitere Nestgründungen möglichst zu verhindern.
"Die Entwicklungen in Kössen und München zeigen, wie wichtig unsere Vorbereitung ist. Wir wollen jetzt Menschen schulen, Zusammenarbeit einüben und den sicheren Umgang mit der Ausrüstung trainieren. Handlungskompetenz entsteht dort, wo Wissen gemeinsam praktisch angewendet wird", sagt Herbert Vitzthum, Präsident des OÖ Landesverbandes für Bienenzucht.
Neben dem Aufspüren der Nester ist die Schutzausrüstung ein weiterer Teil der Übung. Trainiert wird außerdem der Umgang mit einer Carbonlanze. Sie wird aufgebaut und in einem Laubbaum positioniert. Dabei gelten besondere Sicherheitsmaßnahmen: Das Gebiet muss abgesperrt werden, ein ausreichender Abstand und ein freier möglicher Fallbereich sind notwendig. Zudem werden Schutzhelme getragen.
Besonders bei Stromleitungen ist Vorsicht notwendig, da Carbon elektrisch leitend ist.