Bei diesen Neuzugängen ist oben tatsächlich nichts drin: Kompassquallen besitzen kein zentrales Gehirn, kommen ohne Herz aus und bestehen zu rund 95 Prozent aus Wasser. Im Aquazoo Schmiding in Krenglbach (Bez. Wels-Land) machen sie trotzdem ordentlich Eindruck.
Während andere Tiere herumflitzen, lassen die neuen Bewohner ihre langen Tentakel lässig der Strömung folgen. Den Kompass haben sie immerhin immer dabei: Strahlenförmige Linien auf ihrem Schirm erinnern an das Navigationsinstrument und geben den Tieren ihren Namen.
Zum Schwimmen und Beutefangen reicht ihnen ein Nervennetz, das Reize wahrnimmt und Bewegungen koordiniert. "Quallen zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich Leben funktionieren kann", erklärt Zoologin Daniela Artmann.
Bei der Wohnungssuche sind die sonst so genügsamen Tiere allerdings heikel: Ihr weicher Körper ist äußerst empfindlich, ein gewöhnliches Fischbecken kommt deshalb nicht infrage. Der Zoo hat ihnen deswegen einen eigenen Quallenkreisel eingerichtet. Eine sanfte, kreisförmige Strömung hält sie in Bewegung.
Auch beim Essen hört die Gemütlichkeit auf: Mit ihren Nesselzellen fangen die Quallen unter anderem kleine Krebstiere, Fischlarven und andere winzige Organismen. Die Zellen dienen auch der Verteidigung. Neben Haien, Rochen und Meeresschildkröten können Besucher die neuen Bewohner ab sofort aus nächster Nähe beobachten.