81 Tage nach dem WM-Aus gegen Spanien beginnt für Ralf Rangnick und sein Nationalteam ein neues Kapitel. Am Montag versammelt der Teamchef seine Spieler in Windischgarsten.
Und einiges ist anders. Marko Arnautovic ist nach seinem Rücktritt nicht mehr dabei. David Alaba und Marcel Sabitzer stehen Rangnick vorerst ebenfalls nicht zur Verfügung. Österreich muss sich neu aufstellen.
Der Neustart erfolgt in der Nations League. Am Donnerstag (20.45 Uhr) empfängt das ÖFB-Team Israel in Linz, am Sonntag (18 Uhr) wartet in Wien der Kosovo. Die gute Nachricht für Rangnick: Einige seiner Spieler reisen mit ordentlich Rückenwind aus ihren Klubs an.
Einer der spannendsten Namen ist Felix Bacher. Der 25-Jährige hat nach seinem Wechsel zu Olympique Lyon in Frankreich einen Traumstart hingelegt. Der Innenverteidiger spielte sich bei seinem neuen Klub auf Anhieb in die Mannschaft und durfte in der Ligue 1 auch bereits über einen Treffer jubeln.
Noch beeindruckender sind die ersten Saisonwochen von Marco Grüll. Der 28-Jährige ist bei Werder Bremen derzeit einer der großen Leistungsträger.
Vier Bundesliga-Spiele, zwei Tore und vier Assists stehen in seiner Bilanz. Beim spektakulären 3:2 gegen Augsburg am Samstag spielte sich Grüll erneut in den Mittelpunkt: Er erzielte den Anschlusstreffer und bereitete den Siegtreffer in der Nachspielzeit vor.
Damit wird der Offensivmann auch für Rangnick immer interessanter. Gerade nach dem Abschied von Arnautovic braucht Österreich Spieler, die vorne Verantwortung übernehmen und für Gefahr sorgen.
David Affengruber macht in England auf sich aufmerksam. Der 25-Jährige wechselte zu Fulham und lieferte bei seinem Premier-League-Debüt ausgerechnet an der Anfield Road gegen Liverpool eine starke Vorstellung ab. Beim 0:0 stand er über die gesamten 90 Minuten auf dem Platz. Die Fans feierten ihn lautstark.
Am Sonntag folgte gegen Manchester United sein nächster Einsatz. Wieder zeigte Affengruber eine starke Defensivleistung, hatte beim späten 1:1 aber Pech: Einen Schuss von Matheus Cunha fälschte er kurz vor Schluss unhaltbar ins eigene Tor zum späten Ausgleich ab.
Auch Romano Schmid kommt mit Rückenwind zum ÖFB-Team. Der 26-Jährige war am Sonntag der entscheidende Mann beim 2:0-Heimsieg von Frosinone gegen Champions-League-Teilnehmer Como. Schmid bereitete beide Treffer vor – seine Assists zwei und drei in Italien.
Nach der WM beginnt nicht nur ein neuer Bewerb, sondern auch der Kampf um eine neue Hierarchie innerhalb des ÖFB-Teams.
Die Routiniers wie Arnautovic, Alaba oder Sabitzer haben das Nationalteam über Jahre geprägt. Nun bietet sich anderen die Chance, aus deren Schatten zu treten. Bacher will sich auf höchstem Niveau etablieren, Affengruber sammelt Erfahrung in der Premier League und Grüll startet mit Topform in die neue Saison.
Rangnick muss den Umbruch dabei nicht komplett neu erfinden. Das Grundgerüst seiner Mannschaft steht weiterhin. Doch die kommenden Spiele werden zeigen, welche Spieler künftig mehr Verantwortung übernehmen können.