Die Suche nach einer leistbaren Wohnung wurde für mehrere Männer in Salzburg zur bösen Überraschung. Eine 65-jährige Tschechin soll ihnen Wohnungen versprochen und dafür hohe Kautionen kassiert haben. Das Problem: Laut Staatsanwaltschaft durfte die Frau die Wohnungen überhaupt nicht vermieten. Am Mittwoch muss sie sich deshalb wegen Betrugs vor Gericht verantworten.
Die Angeklagte war im Haus einer älteren Frau in der Stadt Salzburg als eine Art Hausmeisterin tätig. Diese Position soll sie ausgenutzt haben, um vor allem Asylwerbern Wohnungen anzubieten.
Laut Anklage verlangte die 65-Jährige von einem Syrer 1.100 Euro Kaution. Ein weiterer Syrer und ein Afghane sollen jeweils 800 Euro bezahlt haben. Doch als die Männer endlich einziehen wollten, gab es plötzlich Probleme.
Mal soll ein Rohrbruch den Einzug verhindert haben, mal wurden andere unvorhergesehene Schwierigkeiten vorgeschoben. Die Wohnungssuchenden wurden laut Staatsanwaltschaft immer wieder vertröstet.
Tatsächlich soll die Frau zu keinem Zeitpunkt berechtigt gewesen sein, die Wohnungen zu vermieten – es gilt die Unschuldsvermutung.
Besonders brisant: Selbst als bereits wegen Betrugs gegen die 65-Jährige ermittelt wurde, soll sie ihre Masche fortgesetzt haben. Von einem Nigerianer soll sie weitere 800 Euro Kaution verlangt haben.
Insgesamt geht es damit um 3.500 Euro, die die Frau laut Anklage kassiert beziehungsweise verlangt haben soll.
Die 65-Jährige weist die Vorwürfe zurück. Sie behauptet, die Eigentümerin des Hauses habe ihr ausdrücklich erlaubt, Wohnungen zu vermieten.
Die Hausbesitzerin bestreitet das allerdings entschieden. Die Ermittler halten ihre Darstellung für glaubwürdiger. Auch frühere Betrugsverurteilungen der Angeklagten in Tschechien spielen im Verfahren eine Rolle.