Angst vor Risiken

Auch Apotheker sollen impfen dürfen – Ärzte warnen

Für eine Impfung muss man künftig nicht unbedingt zum Arzt. Auch Apotheken sollen Spritzen verabreichen dürfen. Die Ärzteschaft warnt vor Risiken.
04.11.2026, 20:22
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Eine Impfung gegen Zecken, Keuchhusten oder Tetanus direkt in der Apotheke abholen? Das soll in Österreich schon bald möglich sein. Der Ministerrat hat am Mittwoch beschlossen, dass künftig auch Apotheker Impfungen verabreichen dürfen. Während die Apothekerkammer den Schritt begrüßt, gibt es von der Ärzteschaft heftige Kritik.

Ärzte warnen vor Sicherheitsrisiken

Wenig Begeisterung gibt es für das Projekt bei der steirischen Ärztekammer. Allgemeinmedizinerin Neshad Quitt sieht in der Neuerung eine Überschreitung der Kompetenzen von Apothekern.

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Sie warnt davor, dass bei einer Impfung nicht nur die Spritze selbst entscheidend sei, sondern auch die medizinische Beurteilung der Patienten.

"Eine Impfung ist weit mehr als nur eine Verabreichung einer Spritze. Es ist eine medizinische Maßnahme, die eine individuelle Beurteilung und Beratung erfordert. Dieses Setting bietet der Arzt oder die Ärztin. Anstatt Parallelstrukturen aufzubauen, wäre es gut, die bestehenden Strukturen zu stärken", heißt es im ORF.

Diese Impfungen gibt es künftig in Apotheken

Geplant sind Impfungen gegen FSME (Zecken), Keuchhusten, Tetanus-Diphtherie und Hepatitis B. Das Angebot soll für alle Menschen ab 14 Jahren gelten.

Ziel der Neuerung ist es, die Durchimpfungsrate in Österreich zu erhöhen. Die ersten Impfungen in Apotheken sollen bereits im kommenden Frühjahr zum Start der Zeckensaison möglich sein.

Hunderte Apotheker bereits ausgebildet

In der Steiermark haben sich bereits zahlreiche Apotheker auf die neue Aufgabe vorbereitet. Laut Apothekerkammer verfügen zwischen 500 und 600 Personen über eine entsprechende Ausbildung.

"Wir haben in der Steiermark allein zwischen 500 und 600 ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker, die sowohl einen theoretischen Teil als auch einen praktischen Teil absolviert haben und diesen zum Teil schon wieder aufgefrischt haben, in Voraussicht, dass wir demnächst unterwegs sind", erklärt Claudia Fuchsbichler, Präsidentin der steirischen Apothekerkammer.

Geimpft werden soll in jenen Bereichen der Apotheken, in denen derzeit Testungen stattfinden. Die Apothekerkammer verweist darauf, dass Impfungen in Apotheken in zahlreichen anderen Ländern bereits üblich sind.

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Start nach Begutachtung

Bis die ersten Spritzen in Apotheken verabreicht werden, dauert es noch etwas. Derzeit befindet sich die gesetzliche Neuerung erst am Beginn der Begutachtung.

Geplant ist der Start im Frühjahr mit Beginn der nächsten Zeckensaison. Dann sollen Menschen ab 14 Jahren die vorgesehenen Impfungen auch in Apotheken erhalten können.

red, 04.11.2026, 20:22
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