Auf der Mariahilfer Straße wird es jetzt richtig bunt: Riesige blaue Kreise, gelbe Fußgänger-Piktogramme und der knallige Schriftzug "Langsam fahren" markieren künftig die Baustellen-Engstelle zwischen Kirchengasse und Zollergasse. Die Stadt will damit das tägliche Gedränge entschärfen und Rad- sowie Fußverkehr besser trennen.
Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) betont, dass es derzeit "zu viel Durcheinander auf diesem sehr intensiv genutzten Abschnitt" gebe. Die U-Bahnbaustelle sorge für eine lange Engstelle, was zu mehr Konflikten führe. Mit den neuen Markierungen soll klar werden: Rücksicht ist Pflicht – und in der Fußgängerzone gelten weiterhin maximal 5 km/h. Ein Radfahrverbot sei "derzeit nicht angedacht". Die FPÖ Mariahilf fordert so ein Verbot schon länger. Erst im Sommer brachte der 6. Bezirk einen Mehrparteienantrag ein, der ein Rad- und E-Scooter-Verbot prüfen sollte.
Auch aus den Bezirken kommt Unterstützung. Neubaus Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) erklärt: "Ein Radfahrverbot wäre der völlig falsche Weg – wir brauchen sichere Wege für Kinder und Familien." Ziel sei ein "sicheres, respektvolles Miteinander". Mariahilfs Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Julia Lessacher (SPÖ) begrüßt die ersten Maßnahmen und unterstreicht: "Die Sicherheit der Fußgänger ist uns ein zentrales Anliegen." Die farbigen Markierungen seien ein wichtiger Schritt, Konflikte zu reduzieren.
Da ab Herbst 2026 das Fahrverbot für E-Mopeds auf Radwegen und in Fußgängerzonen kommt, rechnet die Stadt mit einer weiteren Entlastung der Mariahilfer Straße. Diese Fahrzeuge seien "schwere und viel zu schnelle" Störenfriede, betont Sima. Mit dem Verbot werde sich die Lage auf der Mariahilfer Straße "noch einmal deutlich verbessern".
Die neuen Leitlinien sind klar: Blau führt Radler direkt an der Baustelle vorbei, Gelb leitet Fußgänger entlang der Geschäftslokale. Große Piktogramme, blau hinterlegte "Langsam Fahren"-Hinweise und sogar blau eingefärbte Betonleitplanken sollen Orientierung schaffen. Barrieren wurden entfernt, um Fußgängern mehr Platz zu geben, und lichtblaue Punkte am Asphalt signalisieren Radfahrenden, besonders langsam zu fahren.
"Wir begrüßen diese einfache und pragmatische Lösung", sagt Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner (NEOS). Gerade in der dichten Weihnachtsshoppingzeit sei mehr Rücksichtnahme entscheidend. Wenn notwendig, werden auf der Mariahilfer Straße auch noch weitere Maßnahmen zur Regulierung der Verkehrsströme gesetzt werden, kündigt Sima an. Die Stadt wird zudem die Polizei ersuchen, die gesetzlichen Vorgaben im Rahmen von Schwerpunktaktionen regelmäßig zu kontrollieren.