Auch jetzt im Winter übernachten obdachlose Menschen vor Shops auf der Mariahilfer Straße. Nun reagiert der Bezirksvorsteher von Wien-Neubau, Markus Reiter (Grüne), im Interview mit "Heute".
"Also das Wichtigste ist zu handeln. Es zeigt sich, dass in den letzten Jahren das Problem der Obdachlosigkeit zugenommen hat. Ich führe das zurück auf mehrere Ursachen", so der Bezirksvorsteher und frühere neunerhaus-Chef.
"Es hat Gewaltvorfälle gegen obdachlose Menschen gegeben. In Wien und es gibt natürlich auch einen verstärkten Zustrom aus Nachbarländern, aus Ungarn oder aus der Slowakei." In Ungarn ist Obdachlosigkeit per Gesetz verboten, in der Slowakei gibt es einschränkende Maßnahmen. "Und diese Menschen haben dann keinen Anspruch auf weiterführende Hilfe in der Stadt. Und da ist es wichtig, einerseits für die Anrainerinnen und für die Gewerbetreibenden da zu sein mit ihren Sorgen und Nöten. Und das andere ist, Maßnahmen zu setzen."
Reiter fordert die Stadt Wien auf, noch mehr gegen Obdachlosigkeit auf der Mariahilfer Straße zu unternehmen. "Da braucht es auch Entscheidungen der Stadt, wie zum Beispiel, dass man nicht nur zur kalten Jahreszeit die Notquartiere für alle Obdachlosen aufsperrt, sondern das ganzjährig macht."
Das Problem sei nicht neu. Mit Stadt und Nachbarbezirk Mariahilf gebe es seit zwei Jahren eine gute Zusammenarbeit, es gebe verstärkt Sozialarbeit im öffentlichen Raum. Auch die MA48 sind öfters im Reinigungseinsatz auf der Mariahilfer Straße unterwegs. "Wir haben auch erwirkt, dass es zusätzliche Einrichtungen gibt. Der Haken daran ist Das Problem der Obdachlosigkeit wird nicht weniger. Gerade in Zeiten, wo viele Menschen von der Teuerung von steigenden Mieten betroffen sind." Generell sei die Mariahilfer Straße aber ein "Erfolgsprojekt". "Wir haben bis zu 80.000 Menschen, die an Samstagen kommen, um einzukaufen."