600 Prozent! Solange könnte der Strompreis noch steigen

Der Strompreis bleibt hoch.
Der Strompreis bleibt hoch.HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Ex-Kanzler Kern sorgt mit einem Tweet über die Strom- und Gaspreise für Aufsehen. "Heute" hat recherchiert, was hinter seiner Prognose steckt.

Der ehemalige Bundeskanzler Christian Kern meldet sich in letzter Zeit immer öfters zu Wort. In einem neuen Tweet vom Donnerstag dementiert er ein politisches Comeback, vielmehr tischt er harte Fakten auf, wie der Strompreis noch steigen wird und geht auf die Regierung los.

Ex-Kanzler schockt auf Twitter

"Strom & Gas haben gestern im Großhandel einen weiteren großen Sprung nach oben gemacht. Für 2023 ist Strom jetzt mehr als 600 % und Gas 750 % teurer als vor einem Jahr. Diese Preise werden zeitverzögert bei Haushalten und Wirtschaft ankommen. Ohne rasche Systemreform wird es grimmig", schrieb Kern am Donnerstag auf Twitter.

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"Heute"  ließ die Zahlen von E-Control überprüfen und fand heraus, dass der ehemalige Kanzler mit seiner Prognose durchaus recht hat. Man sehe nun seit Wochen und Monaten steigende Preise am Energiemarkt, heißt es von der Regulierungsagentur. Der Trend dürfte aber nicht abnehmen – im Gegenteil.

Die Strom- und Gaspreise werden demnach nach Kerns Zahlen weiter anziehen. Ein Mitarbeiter von E-Control führt aus, dass Energieunternehmen für gewöhnlich ihre Kapazitäten bis zu zwei Jahre im Vorrat einkaufen. Die nun steigenden Preise werden die Österreicher also noch länger beschäftigen.

Bei E-Control geht man davon aus, dass die Konsumenten die Preiserhöhungen demnach "Ende 2023, aber auch 2024 sowie 2025" spüren werden. Die hohen Energiepreise dürften demnach auch in den kommenden Jahren ein Thema in Österreich bleiben.

Wann die Preissteigerung endet, ist derzeit nicht vorauszusagen, da zu viele Faktoren dabei eine Rolle spielen würden. Der Krieg in der Ukraine sei dabei ebenso relevant, wie die Wasserknappheit in Italien oder die Wartung einiger Atomkraftwerke in Frankreich.

Weil Frankreich als Hauptexporteur von Strom innerhalb der EU gilt, ist nun die verringerte Lieferfähigkeit ein Problem. E-Control gibt jedoch über "Heute" Entwarnung: "ein Versorgungsengpass ist derzeit nicht zu befürchten". Österreich könne demnach auf seinen "guten Wasservorrat" vertrauen, der die Stromversorgung im Land gewährleistet.

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