Aus Rücksicht auf diesen Mann: WHO erklärt Omikron-Name

Der chinesische Staatschef Xi Jinping und seine Namensvettern spielten bei der Entscheidung eine Rolle. 
Der chinesische Staatschef Xi Jinping und seine Namensvettern spielten bei der Entscheidung eine Rolle. Ju Peng Xinhua / Eyevine / picturedesk.com
Die Coronavarianten sind nach dem griechischen Alphabet benannt. Jetzt wurde jedoch ein Buchstabe übersprungen. Die WHO-Erklärung dazu verblüfft.

Wann immer eine neue Mutante von Sars-CoV-2 auftaucht, erhält sie einen Namen aus dem griechischen Alphabet. Seit einiger Zeit beherrscht die Delta-Variante die Schlagzeilen – es ist die weltweit aktuell vorherrschende Spielart. Sie erwies sich als deutlich ansteckender als die Vorgänger. Doch im Schatten von Delta tauchten mehrfach neue Mutationen auf, die von der World Health Organisation (WHO) fortlaufend nach dem griechischen Alphabet benannt wurden. Zuletzt waren dies die Lambda-Variante in Peru und, als 13. Buchstabe des Alphabets, die My-Variante, die vor allem in Kolumbien auftrat.

 Erster Omikron-Verdacht jetzt auch in Österreich

Dass es spätere Mutanten des Virus nicht zur gleichen Publicity brachten wie Delta hat unter anderem damit zu tun, dass sie bloß als "variants of interest", also zu beobachtende Abarten, und nicht wie die neue Variante als "variant of concern", also als besorgniserregend, eingestuft wurden.

Nun ist allerdings Omikron bereits der 15. Buchstabe im griechischen Alphabet – nach My wurden also Ny und Xi ausgelassen. Diese scheinbare Unterlassung hat aber gute Gründe, wie eine Sprecherin der WHO gegenüber "20 Minuten" erklärt: "Da der Buchstabe Ny je nach Land als 'new' ausgesprochen wird, wollten wir Verwechslungen vorbeugen", erklärt Margaret Harris.

 1. Omikron-Verdacht in Österreich – Was nun passiert

 Omikron – Was wir über die neue Corona-Variante wissen

Kein Xi aus Respekt vor China

Etwas anders verhält es sich bei Xi, eigentlich der 14. Buchstabe. Auch er wurde als Namenspate für die neu entdeckte Mutante ausgelassen – und zwar deshalb, "weil in Asien sehr viele Menschen diesen Namen tragen", erklärt Harris, und man diese nicht habe vor den Kopf stoßen wollen. Auch der chinesische Premier Xi Jinping zählt zu dieser Personengruppe.

Seit einigen Jahren versuche man, Krankheiten und ihren Erregern neutrale und nicht diskriminierende Namen zu geben, die zum Beispiel keine ethnischen oder geografischen Hintergründe betonen. "Ebola würde heute nicht mehr so benannt", so Harris, "ebenso wie das Zika-Virus". Ersterer Name stammt vom gleichnamigen Fluss in der Demokratischen Republik Kongo, Zika benennt einen Wald in Uganda, wo das Virus erstmals auftauchte.

"Stehen vor neuer Pandemie" – Forscher spricht Klartext

 Einreisestopp – aber noch 170 Österreicher in Südafrika 

 "Lage spitzt sich zu" – Linhart warnt vor Omikron

Doch nicht nur Menschen, sondern auch Tiere sollen nicht Opfer von Diskriminierung durch die WHO werden. So wären laut Harris heute Namen wie Schweinegrippe oder wohl auch Rinderwahnsinn tabu.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account 20 Minuten Time| Akt:
Corona-MutationCorona-ImpfungCorona-AmpelCoronatestCoronavirusÖsterreichXi JinpingChina

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen