Horror-Zwischenfall

Aus Ryanair-Jet gesaugt – "Kopf sah aus wie Schwamm"

Ein 61-Jähriger wurde nach einem Triebwerkszwischenfall fast aus einem Ryanair-Jet gesaugt. Sein Anwalt erhebt schwerste Vorwürfe.
Newsdesk Heute
23.07.2026, 15:06
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Es waren Minuten des blanken Horrors: Der serbische Unternehmer Ljubiša Karović saß am 10. Juli auf Platz 11F des Ryanair-Fluges FR1879 von Thessaloniki nach Memmingen. Kurz nach dem Start kam es bei der Boeing 737 zu einem schweren Triebwerkszwischenfall und einem plötzlichen Druckabfall.

In rund 4.500 Metern Höhe zerbarst das Fenster direkt neben dem 61-Jährigen. Der Luftstrom zog seinen Oberkörper aus der Maschine. Kopf, Brust und Arme befanden sich im Freien, während der Flieger laut Karović mit rund 600 km/h unterwegs war.

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Womöglich verhinderte nur der Sicherheitsgurt, dass der Mann vollständig aus dem Flugzeug gerissen wurde. "Vielleicht hat mich der Gurt gerettet, vielleicht war es Schicksal. Ich glaube an Gott und danke ihm jeden Tag, dass ich lebe", sagte Karović.

Knall verfolgt ihn bis in den Schlaf

An den genauen Ablauf kann sich der 61-Jährige nur teilweise erinnern. Ein Geräusch lässt ihn aber nicht mehr los: "Die Explosion ist das, woran ich mich erinnere. Es ist das Geräusch vor dem Chaos, das Geräusch, das immer da ist, wenn ich meine Augen zum Schlafen schließe."

Sein Anwalt Vasilis Tsiaras erklärte, Karović habe nur durch "reinen Zufall" überlebt. Während des Zwischenfalls sei der Unternehmer mehrmals bewusstlos geworden.

"Er war drei Minuten lang außerhalb des Flugzeuges, bevor es anderen Passagieren gelungen ist, ihn wieder hineinzuziehen", schilderte Tsiaras. Andere Berichte sprechen von rund zwei bis drei Minuten.

"Sein Kopf sah aus wie ein Schwamm"

Der Anblick nach der Rettung sei erschütternd gewesen. "Sein Gesicht sah völlig unnatürlich und deformiert aus. Geschwollen und entstellt. Sein Kopf sah aus wie ein Schwamm", sagte der Anwalt. Mitreisende hätten zunächst sogar befürchtet, dass der 61-Jährige tot sei.

Karovićs Ehefrau und mehrere Passagiere zogen ihn schließlich wieder in die Kabine. Danach versuchten sie, das zerstörte Fenster abzudichten. Eine Tasche wurde sofort nach draußen gesaugt. Erst mit einem Koffer gelang es, die Öffnung zumindest teilweise zu verschließen.

Anwalt erhebt schwere Vorwürfe

Tsiaras wirft den Flugbegleitern vor, während der dramatischen Minuten keine Hilfe geleistet zu haben. Die Piloten hätten dagegen richtig reagiert und die Maschine rasch auf eine sichere Höhe gebracht.

Ryanair weist die Vorwürfe gegen die Kabinenbesatzung zurück. Während der Dekompression und des Sinkflugs hätten Flugbegleiter und Passagiere angeschnallt bleiben und Sauerstoffmasken tragen müssen. Sobald eine sichere Flughöhe erreicht worden sei, habe sich die Besatzung um den Verletzten gekümmert. Auch ein Arzt unter den Passagieren sei zu Hilfe geholt worden.

Mindestens sechs Wochen Halskrause

Karović wurde mit Verletzungen am ganzen Körper, Verbrennungen, Blutergüssen sowie starken Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich ins Spital gebracht. "Mein Mandant trägt eine Halskrause, er hat Verletzungen am ganzen Körper. Die Ärzte haben ihm gesagt, dass er sie mindestens sechs Wochen lang tragen muss", erklärte Tsiaras.

Danach soll untersucht werden, ob eine Operation notwendig ist. Der Anwalt rechnet mit einer hohen Entschädigung, will aber zunächst die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen durch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB abwarten. Eine endgültige Ursache steht noch nicht fest.

Karović kann sich derzeit nicht vorstellen, jemals wieder in ein Flugzeug zu steigen. Seine Botschaft ist dennoch eindeutig: "Ich möchte jetzt einfach nur wieder gesund werden. Ich wünsche niemandem, dass er das durchmacht, was ich hier erlebt oder besser gesagt überlebt habe, aber wenn ich einen Rat geben kann: Schnallen Sie sich an und bleiben Sie den gesamten Flug über angeschnallt!"

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.07.2026, 15:06
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