Ein Pieps aus dem All - und die Welt steht Kopf? Ganz so einfach ist es nicht. Sollte tatsächlich ein Signal von Außerirdischen empfangen werden, greift ein klarer Fahrplan. Verabschiedet hat ihn das SETI-Komitee („Search for Extraterrestrial Intelligence“), das seit 1984 für diesen Ernstfall zuständig ist.
Zuerst gilt: Keine Panik, sondern prüfen! Der Entdecker muss mit allen verfügbaren Mitteln ausschließen, dass das Signal von der Erde stammt - etwa von einem Satelliten, Flugzeug oder einem technischen Gerät.
Ist der Ursprung weiter rätselhaft, sollen auch andere Forscher hinzugezogen werden. Öffentlich muss der Entdecker jedoch nur auf Medienanfragen reagieren - und zwar schnell und ehrlich.
Zur Einordnung wird das Signal dann auf der sogenannten Rio-Skala bewertet - von 1 („nicht wichtig“) bis 10 („außerordentlich wichtig“). Erst wenn sich herausstellt, dass das Signal wirklich von einer fremden Zivilisation stammt, kommt die große Info-Welle: Die UNO, die Internationale Astronomische Union und die globale Wissenschaftsgemeinde müssen umgehend informiert werden. Alle Daten sollen zudem öffentlich zugänglich sein.
SETI rät außerdem, das Signal aufzuzeichnen, dauerhaft zu speichern und die Frequenz, auf der es empfangen wurde, bei der internationalen Fernmeldeunion schützen zu lassen - um Störungen zu vermeiden. Antworten an die Außerirdischen sind zwar erlaubt - aber nur mit UNO-Zustimmung.
Suche nach Signalen läuft seit Jahrzehnten
Ein aktuelles, im "International Journal of Astrobiology" veröffentlichtes Papier zum Thema Aliens-Suche kommt zum Schluss, der Hoffnung und Enttäuschung zugleich birgt: Wir haben zwar noch kein einziges Lebewesen außerhalb der Erde gefunden, aber den definitiven Nachweis erbracht, dass das Universum voll von den notwendigen Bausteinen ist, heißt es darin.