Der 27. Mai 2018 hat sich ins Gedächtnis der Wiener Austria eingebrannt. Da feierten die Veilchen, trainiert vom jetzigen Salzburg-Coach Thomas Letsch, einen 4:0-Heimsieg im Ausweichstadion in Wiener Neustadt, am bedeutungslosen letzten Bundesliga-Spieltag. Warum dieses Datum mittlerweile berühmtberüchtigt ist? Es war der bis heute letzte Austria-Sieg gegen die Bullen.
In bisher 23 Spielen gab es für die Wiener gegen den aktuellen Tabellen-Zweiten der Bundesliga nichts zu holen, die Austria wartet bereits siebeneinhalb Jahre auf einen vollen Erfolg gegen die Mozartstädter. Eine violette Unserie, die endlich ein Ende haben soll. Zumindest wenn es nach dem violetten Trainer Stephan Helm, beim letzten Austria-Sieg als Video-Analyst bereits dabei, geht.
"Es ist für jeden im Verein schon eine Extra-Motivation. Jeder will Teil der Mannschaft sein, die den Code knackt, die Serie bricht. Es ist eine übertrieben lange Zeit", betonte Austrias Trainer Stephan Helm vor dem Schlagerspiel der elften Bundesliga-Runde am Sonntag (17 Uhr). "Die Serie klingt natürlich unglaublich", ergänzte Helm, "aber wenn man sich die Mannschaften von Red Bull in den letzten sieben Jahren ansieht, dann hatten die schon immer brutale Qualität. Ich glaube, wir konnten den Gap in den letzten Saisonen wieder etwas schließen."
Auch wenn die Mozartstädter vor dem elften Spieltag auf dem zweiten Tabellenplatz liegen, die Wiener Fünfte sind, scheint Salzburg verwundbar zu sein, schließlich verlor die Letsch-Elf alle drei Europa-League-Auftritte – zuletzt am Donnerstag gegen Ferencvaros Budapest mit 2:3. Ergebnisse, die Helm wiederum nicht überbewerten wollte: "Man muss die Leistungen richtig einschätzen, sie haben starke Gegner im Europacup gehabt."
"Ich habe schon mit auf den Weg bekommen, dass es wieder einmal an der Zeit für einen Sieg ist", schmunzelte auch Austrias Sommer-Neuzugang Johannes Eggestein, der in den letzten Wochen bei den Veilchen aufblühte. "Ich habe natürlich das Ziel, das Spiel zu gewinnen, es wäre auch ein sehr guter Erfolg", betonte der Deutsche.
Die Austria muss jedenfalls auf Shootingstar Sanel Saljic, der einen Teileinriss des Syndesmosebandes erlitt, bis zur Winterpause ausfällt, verzichten. Aleksandar Dragovic konnte in den letzten Tagen ebenso wieder mit der Mannschaft trainieren, wie die zuletzt angeschlagenen Tin Plavotic und Kang-Hee Lee.