Austro-Pornostar packt über geheime "Sex-Liste" aus

Mick Blue mit den Pornostars Paige Owens (li.) und Desiree Dulce (re.)
Mick Blue mit den Pornostars Paige Owens (li.) und Desiree Dulce (re.)Instagram/ mickblueracing
Der Österreicher Mick Blue (44) räumt in "Heute" mit Porno-Gerüchten auf und spricht über eine heimliche "Sex-Liste" der Erotikdarsteller.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sowohl Männer als auch Frauen Pornofilme schauen und der eine oder andere schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, sich selbst beim Sex zu filmen. Dass das nicht einfach nur so daher geredet bzw. geschrieben ist, beweist ein kurzer Blick auf diverse Erotik-Plattformen, auf denen unzählige Amateur-Aufnahmen aus aller Welt zu finden sind - auch aus Österreich!

Den Schritt vom Amateur zum echten Profi wagen allerdings nur die wenigsten, und auch wenn der eine oder andere Porno-Fan wohl schon einmal von einer Karriere als Erotik-Darsteller geträumt hat, bleibt es für viele genau das: ein Traum! Denn so schön und lukrativ der Beruf als professioneller Sex-Akteur für viele Menschen auch sein mag, der Job ist nichts für schwache Nerven und nur die Härtesten schaffen es, erfolgreich zu sein.

Nichts für zarte Gemüter

Dass der Job als Pornodarsteller nicht unbedingt etwas für schwache oder zarte Gemüter ist, davon kann der Österreicher Mick Blue ein Lied singen. Der gebürtige Steirer ist seit über 20 Jahren in der Erotik-Branche tätig und lebt seit 2004 in den USA. Und der 44-Jährige hat das geschafft, wovon viele nur träumen: der Grazer zählt zu den gefragtesten und bekanntesten Darstellern überhaupt und ist eine echter Pornostar.

Doch der Weg bis an die Spitze ist knallhart und oft "kein Honiglecken". "Ich habe im Laufe meiner Karriere als Pornodarsteller viele männliche Kollegen kennengelernt, ein Großteil war aber nur sehr kurzfristig in der Branche", erzählt Mick Blue im Gespräch mit "Heute". Und das hat auch einen ganz einfachen Grund. "Sex vor der Kamera zu haben, ist ein ganzes anderes Kaliber, als wenn du zu Hause im Zimmer nach deinen Regeln die ganze Nacht Geschlechtsverkehr hast", stellt der 44-Jährige klar.

Das sei auch einer der Gründe, warum viele Männer, die als Sex-Akteur arbeiten wollen und eine Karriere als professioneller Pornodarsteller anstreben, "nicht einmal die erste Szene überstehen" würden. Außerdem müsse man auch "schon ziemlich zäh sein", wenn man in dieser Branche Fuß fassen möchte - und selbst wenn (!) man(n) den Einstieg schafft, ist Erfolg nicht garantiert.

Eine Frage der Größe?

Dass es als Pornodarsteller dabei auch auf die Penisgröße ankommt, um wirklich erfolgreich zu sein oder überhaupt den Sprung in die Erotik-Branche zu schaffen, ist laut dem Steirer so nicht ganz richtig. "Es hängt mehr von der Technik ab und wie du es machen kannst", erklärt Blue und räumt damit auch gleich mit einem altbekannten Gerücht auf, dass man als professioneller Sex-Akteur eine Mindestpenislänge haben müsste.

Aber: "Wenn du einen größeren Penis hast, ist es sicher von Vorteil und schon einmal ein Pluspunkt. Es gibt aber viele Darsteller, die eine normale oder nicht überdurchschnittliche Größe haben und trotzdem Darsteller sind, weil sie die Arbeit zustande bringen", ergänzt der Österreicher gegenüber "Heute". Viele Porno-Produktionen gehe es zudem nicht um die Größe, sondern um Disziplin, Respekt und Ausdauer.

Und wie sieht es beim Thema Fitness und Training aus, muss man als Erotikdarsteller wirklich gut durchtrainiert sein? "Es spielt ein bisschen eine Rolle, würde ich sagen und es ist jetzt sicher kein No-Go. Die Firmen haben aber lieber jemanden, der die Szene schafft, als einen, der super hübsch und durchtrainert ist, aber dessen Penis nicht steht", stellt der 44-Jährige klar.

"Das bricht den Darstellern das Genick"

Der Job als Pornodarsteller ist jedenfalls nicht zu unterschätzen, der Druck in der Branche ist groß und nicht jeder Erotik-Akteur hält diesem vor der Kamera auch Stand. Es gibt laut Blue sogar einen Moment in der Karriere, der früher oder später auf jeden Darsteller zukommt. "Es ist die eine Szene, wo du im Prinzip nichts zusammenbringst. Wo der Penis einfach nicht funktionieren will, egal wie hübsch deine Dreh-Partnerin ist", sagt der Steirer zu "Heute".

Was den männlichen Darstellern dann oft das "Genick" breche, sei die Sache, "dass du nach dieser Szene wieder zurückkommst". Eine extreme mentale Belastung für den Betroffenen, denn: "Du hast Angst, dass es noch einmal passieren könnte oder du es nicht schaffst und du versagst. Diese Angst ist das Kryptonit für deinen Penis. Das ist einer der Gründe, warum sehr viele Darsteller wieder aufhören."

Und weiter: "Diejenigen, die nach zehn Jahren noch immer als Pornodarsteller arbeiten, sind diejenigen, die es geschafft haben, mental über diese Hürde zu springen", weiß der 44-Jährige. Auch er selbst habe diesen einen Moment "100-prozentig" gehabt, habe diesen aber erfolgreich hinter sich lassen können. Mittlerweile hat Mick Blue über 4.000 Porno-Szenen gedreht und mit ungefähr 5.000 Frauen vor der Kamera Sex gehabt.

Die geheime "Sex-Liste"

Der gebürtige Grazer hat sich in der Erotik-Branche einen Namen gemacht und kann sich seine Produktionen selbst aussuchen. Ein Privileg, das sich Mick Blue hart erarbeitet hat und das sich auch finanziell auszahlt. Jene Darsteller, die es nämlich bis an die Spitze schaffen, werden von den Firmen auch dementsprechend bezahlt und verdienen zwischen 1.000 und 2.000 US-Dollar (circa 1.700 Euro) - pro Szene!

Und Unternehmen wie "Digital Playground", "Brazzers" oder "Wicked Pictures" greifen für die größten Pornostars nicht nur tief in die Tasche, sondern sie berücksichtigen bei deren Verpflichtung auch noch einen ganz anderen zentralen Punkt. Denn Erotik-Größen wie Jesse Jane, Katsuni, Riley Reid, Nicole Aniston, Kayden Kross oder auch Mick Blue können nicht nur die Produktionen frei wählen, sondern haben auch ein Mitspracherecht bei der Wahl ihrer Dreh-Partner und führen eine geheime "Sex-Liste".

Auf dieser "Sex-Liste" sind Namen von Darstellern angeführt, mit denen Pornostars bereit sind, Geschlechtsverkehr vor der Kamera zu haben. Meist sind das Akteure, mit denen sie schon in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben und wo bereits ein gegenseitiges Vertrauen und natürlich auch eine Sympathie da ist. Dass unbekannte Newcomer also gleich mit den größten Namen der Branche eine Porno-Szene drehen dürfen, ist also eher unwahrscheinlich.

Kein Name, keine Jenna Jameson

Um diese Möglichkeit überhaupt zu bekommen, müssen sich junge und unerfahrene Darsteller stattdessen erst einmal einen Namen machen. Das weiß auch Mick Blue, auf dessen "Bucket-Liste" zu Beginn seiner Karriere der Name von Jenna Jameson (Diashow oben) ganz oben gestanden ist. Doch zu einem gemeinsamen Dreh des Österreichers mit der Porno-Ikone kam es nie.

Der 44-Jährige erinnert sich im Gespräch mit "Heute" zurück: "Sie (Anm. Jenna Jameson) hat kurz nachdem ich in Amerika angekommen bin, aufgehört. Und es hat eine Zeit gebraucht, bis ich einen Namen in den USA gehabt habe bzw. bis ich überhaupt die Chance bekommen hätte, mit ihr zu drehen. Das habe ich gerade nicht geschafft." Zudem sei Jamesons damals auch noch unter einem Vertrag bei der "Vivid Entertainment Group" gestanden, für die Blue noch nicht gearbeitet hatte.

"Es waren aber viele, viele andere wahnsinnig berühmte Frauen, ich kann mich also nicht beschweren", schmunzelt der Österreicher im Gespräch mit "Heute". Mittlerweile gehört der Name Mick Blue in der Porno-Branche aber zu den bekanntesten überhaupt und der Steirer kann sich seine Dreh-Partnerinnen jetzt selbst aussuchen. Das sei aber nicht das Einzige, was sich in den letzten 20 Jahren verändert habe, vor allem die Rechte der Darsteller/innen hätte sich stark verbessert.

"Früher mussten Frauen alles machen"

"Wir sind jetzt im Jahr 2021 und die Richtlinie haben sich dramatisch geändert. Man muss jede Person respektieren und zwar nicht nur Frauen, sondern auch Männer. Die Darsteller haben das Recht das zu machen, was sie machen wollen. Wenn sie mit einer Person nicht arbeiten möchten, dann brauchen sie das auch nicht tun", stellt Mick Blue gegenüber "Heute" klar.  Doch das war nicht immer so. Der 44-Jährige erinnert sich an die 2000er Jahre zurück, wo Darsteller/innen in Europa so gut wie keine Rechte hatten.

Der Steirer erklärt: "Eine Frau, die damals in Europa als Pornodarstellerin arbeiten wollte, musste alles machen. Das heißt: Anal, Doppel-Penetration, Gangbang, Würger etc." Dabei hätten nicht nur Darstellerinnen oft nicht gewusst, mit wem sie genau arbeiten, sondern auch Männer ihre Dreh-Parterinnen nicht gekannt.

"Du kommst also um 9.00 Uhr in der Früh zum Set und der Produzent sagt, du arbeitest mit diesem Mädel und vier anderen Typen. Für die Typen ist es ja einfach, denn du arbeitest nach wie vor mit einer Frau und teilst sie eben. Aber die Frau hat bis zum Schluss oft keine Ahnung gehabt, ob sie eine einfache vaginale Szene dreht, Anal-Sex hat oder einen Gangbang macht", erzählt Mick Blue "Heute".

Internet-Nerds dominieren Porno-Branche

Mittlerweile sei dies aber nicht mehr der Fall. Stattdessen würde die Porno-Branche von Internet-Nerds und riesigen Firmen dominiert, die ganz genau auf die Arbeitsbedingungen und das Recht der Darsteller achten würden. "Jeder, der als Pornodarsteller arbeitet, braucht nur das tun, was er auch machen möchte. Das wird einem jeden 100 Mal vor und nach der Produktion gesagt", erklärt Mick Blue.

Wenn man als Pornodarsteller bei einem Dreh mit etwas nicht glücklich oder einverstanden sei, könne man die Produktion zudem auch jederzeit stoppen. "Zumindest ist es so in den USA. Wie es jetzt in Europa genau ist, weiß ich nicht, weil ich dort schon Ewigkeiten nicht gedreht habe", stellt der 44-Jährige klar.

Im nächsten Teil der "Mick Blue"-Reihe am 22. Mai verrät der Steirer, wie er sich auf einen Sex-Dreh genau vorbereitet, was Pornodarsteller mit Athleten gemeinsam haben und was ihn so richtig in Stimmung bringt.

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