Sein eigenes Auto auf Online-Plattformen zu verkaufen, kann unter Umständen richtig teuer werden. Genau das passierte Leserreporter Nenad auch – für ihn wurde der Verkauf zu einem regelrechten Albtraum.
Im Mittelpunkt steht ein Citroën C4, Baujahr 2014, mit rund 180.500 Kilometern. Das Fahrzeug hatte im Mai 2025 noch ein gültiges Pickerl ohne schwere Mängel erhalten. Gekauft wurde es im November – also rund sechs Monate später, in denen das Auto laut dem Besitzer kaum gefahren wurde.
Ursprünglich war der Wagen für seine Frau und die Kinder gedacht. Doch schnell stellte sich heraus: Für den Alltag mit Kleinkind und Baby samt Kinderwagen war das Auto schlicht zu klein.
Nach kurzer Zeit entschied sich der Wiener, den Citroën wieder zu verkaufen. Der Käufer verzichtete bewusst auf einen Ankaufstest – obwohl im Pickerlbericht kleinere Mängel vermerkt waren. Diese seien laut Verkäufer offen kommuniziert worden. Zunächst schien alles erledigt – doch dann begann der Ärger.
Nur kurze Zeit nach dem Kauf meldete sich der neue Besitzer: Mit dem Auto stimme etwas nicht. Im Jänner folgte schließlich Post vom Anwalt – inklusive Gutachten vom ÖAMTC. Demnach soll der Wagen plötzlich schwere Mängel aufgewiesen haben.
Es folgte ein langer Rechtsstreit mit weiteren Gutachten. Der Fall zog sich über Monate – mit einem bitteren Ende für den Verkäufer. Ein Sachverständiger kam schließlich zum Schluss, dass es sich beim Fahrzeug um einen wirtschaftlichen Totalschaden handelt.
Besonders brisant: Das Fahrzeug wurde laut Angaben des Verkäufers über längere Zeit auf einem Schotterparkplatz unter freiem Himmel abgestellt – mittlerweile sei es von Rost und Moos übersät. Dennoch wurden die Schäden im Verfahren offenbar dem ursprünglichen Verkäufer angelastet.
Am Ende verlor der Wiener den Prozess. Wie hoch die finanziellen Folgen sind, ist noch unklar – der entsprechende Gerichtsbeschluss steht noch aus. Für ihn bleibt ein bitterer Nachgeschmack – und die Erkenntnis, dass selbst ein scheinbar unkomplizierter Autoverkauf schnell zum kostspieligen Streitfall werden kann.