Zu extremer Sommer

Balkans Wetter-Mann hört auf: "Körper sendet Signale"

Monatelang warnte er vor Wetterextremen – jetzt braucht er eine Pause. Bosniens bekannter Meteorologe Nedim Sladić verabschiedet sich vorerst.
Heute Entertainment
22.09.2026, 12:16
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Vom "Umluftofen" über ausgetrocknete Böden bis zu Temperaturen jenseits der 40 Grad: Für Meteorologen war dieser Sommer alles andere als gewöhnlich.

Einer, der die extremen Wetterlagen auf dem Balkan besonders intensiv begleitet hat, zieht nun die Reißleine. Der bekannte bosnische Meteorologe Nedim Sladić verabschiedet sich vorerst von seinen regelmäßigen Wetterprognosen.

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Seine Begründung fällt ungewöhnlich persönlich aus.

"Mein Körper sendet Signale"

"Ich lasse den schwierigsten, heißesten und arbeitsreichsten Sommer hinter mir", schreibt Sladić. Dann folgt der entscheidende Satz: Sein "Körper sendet Signale, dass es Zeit ist, langsamer zu machen".

Ausgerechnet mit Beginn des astronomischen Herbstes geht der Wetter-Mann deshalb in seinen Sommerurlaub.

Neue ausführliche Prognosen von ihm müssen vorerst warten. Sladić kündigt an, sich bis Ende Oktober eine Pause zu gönnen.

Und auch dabei kann er sich einen kleinen Seitenhieb auf die vergangenen Monate nicht verkneifen: Er hoffe lediglich, dass die nächsten Prognosen nicht wieder derart extrem ausfallen wie jene der vergangenen drei bis vier Monate.

Eine letzte Warnung gibt er noch mit

Ganz ohne Wetterwarnung verabschiedet sich Sladić allerdings nicht.

In seiner vorerst letzten größeren Prognose macht er deutlich, dass Bosnien und Herzegowina weiterhin mit den Folgen des außergewöhnlich trockenen Sommers zu kämpfen hat. Selbst zeitweilige Niederschläge reichen seiner Einschätzung nach nicht aus, um die tieferen Bodenschichten wieder ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Für weite Teile des Landes rechnet Sladić deshalb mit einer anhaltenden hydrologischen Dürre bis beinahe Ende September. Größere Regenmengen seien in den damaligen Berechnungen nicht erkennbar gewesen.

Immerhin bei den Temperaturen gibt es Entspannung. Während Teile Westeuropas noch einmal einen kurzen herbstlichen Hitzeschub erleben, erwartet Sladić in Bosnien keine vergleichbaren Extremwerte. Lediglich im Süden der Herzegowina sind weiterhin Nachmittage um 30 Grad möglich. Die Morgen- und Nachtstunden werden dagegen deutlich frischer.

Extrem-Sommer hinterlässt Spuren

Für Sladić endet damit ein außergewöhnlicher Wetter-Sommer. Immer wieder sorgte der Meteorologe mit seinen bildhaften Beschreibungen für Aufmerksamkeit.

Als die schwüle Juni-Hitze später von trockenerer Gluthitze abgelöst wurde, verglich er die Wetterlagen etwa mit einem "Schnellkochtopf" und einem "Umluftofen". Später warnte er angesichts der Dürre davor, dass völlig ausgetrocknete Böden Wasser teilweise kaum mehr aufnehmen könnten.

Jetzt zieht der Wetter-Mann selbst einen Schlussstrich unter die vergangenen Monate.

red,22.09.2026, 12:16