Der tödliche Arbeitsunfall auf einer Baustelle in Alsergrund hat nicht nur in Wien, sondern auch international große Betroffenheit ausgelöst. Vier Männer kamen dabei ums Leben: drei Albaner aus dem Kosovo sowie ein Albaner aus Bosnien.
Das Unglück ereignete sich im Zuge eines Dachgeschossausbaus. Während Betonierarbeiten stürzte die gesamte Konstruktion aus Gerüst und Verschalung ein und begrub mehrere Bauarbeiter unter Trümmern und flüssigem Beton.
Sowohl österreichische Behörden als auch Vertreter der kosovarischen Regierung drückten den Hinterbliebenen ihr Beileid aus. Besonders tragisch: Mehr als zehn Kinder verloren durch das Unglück ihre Väter.
Das betroffene Bauunternehmen zeigte sich in einer Stellungnahme tief betroffen und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus: "Wir sind zutiefst betroffen über den tragischen Vorfall auf einer unserer Baustellen. Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Betroffenen und ihren Familien… Aus Respekt vor den Betroffenen und im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen bitten wir um Verständnis, dass wir derzeit keine weiteren Details veröffentlichen können. Wir bitten Sie, die Situation mit Respekt zu behandeln…".
Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen. Der Sachverhalt wurde nach der Leichenbeschau an die Staatsanwaltschaft Wien übermittelt, auch Obduktionen dürften bereits angeordnet worden sein. Ob fahrlässiges oder strafbares Verhalten vorliegt, wird nun geprüft.
Der Vorfall hat auch die albanische Gemeinde in Österreich tief erschüttert. Laut der Schweizer Zeitung LeCanton27 leben derzeit mehr als 200.000 Albaner aus verschiedenen Herkunftsregionen in Österreich. Nach der tödlichen Baustellen-Tragödie formiert sich nun in Wien ein geplanter, friedlicher Protest unter dem Motto "Wir fordern Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit" für die vier Opfer.