Die Unwetterzentrale UWZ schlägt Alarm: Glatteisgefahr! Eben noch nass, im nächsten Moment spiegelglatt. Besonders tückisch ist die Temperatur rund um den Gefrierpunkt: Wasser zieht wieder an, dunkle Stellen glänzen kaum sichtbar – genau dort rutschen die meisten aus.
Extreme Varianten wie Eisregen oder Blitzeis legen eine Eisschicht wie Glas über alles. Wer vorbereitet ist, kann mit ein paar Tricks Unfälle vermeiden.
Beim Gehen gilt: kleine Schritte, flacher Fuß. Nicht rollen wie auf trockenem Asphalt, sondern den Fuß möglichst vollständig aufsetzen – fast wie Pinguine. Heißt: Körperschwerpunkt leicht nach vorn auf das jeweils vordere Bein legen und kleine und langsame Schritte machen. Setze die Füße dabei leicht nach außen gerichtet auf (in V-Stellung), um die Standfläche zu vergrößern. So verringerst du die Gefahr, dass ein Fuß nach vorn oder hinten wegrutscht.
Wer das Tempo drosselt, behält die Kontrolle. Hände am besten frei halten, Rucksack statt schwerer Taschen nutzen.
Die Schuhwahl ist entscheidend: weiche Gummisohlen mit Profil haften deutlich besser als harte, glatte Sohlen. Überzieher mit Spikes sind bei richtig tückischem Eis das Nonplusultra. Notfalls kannst du auch mit einem alten Paar dicken Wollsocken oder breiten Gummibändern, zum Beispiel von Einmachgläsern, improvisieren und diese über die Schuhe ziehen. Ein Geländer oder Zaun in Reichweite? Festhalten!
Glatteis entsteht oft nachts, wenn Tauwasser wieder gefriert. Früh streuen verschafft einen Vorteil. Sand, Splitt oder Streugranulat machen den Untergrund sofort griffig und lassen sich später wieder auffegen. Kein Streugut zur Hand? Mineralisches Katzenstreu oder Asche können helfen.
Schnee nicht liegen lassen, sonst wird er schnell zu Eis. Vorsicht: Streusalz ist wirksam, aber umweltschädlich und gefährlich für Tiere – die Nutzung ist nur temporär erlaubt.
Idealerweise das Auto stehen lassen! Wer fahren muss, sollte sanft anfahren, lenken und bremsen – jede hektische Bewegung kann die Reifen überfordern. Früh vom Gas gehen und Motorbremse nutzen, Kurven vorsichtig nehmen.
"Als Richtwert gilt 70 Prozent weniger Tempo bei Eisfahrbahn. Wichtig ist auch, den Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern zu erhöhen, um die nötigen Reserven zu haben", so die ARBÖ-Experten. Bei Glatteis muss man mit einem bis zu 7-fachen Weg bis zum Stillstand des Fahrzeuges rechnen.
Vorsicht bei "nass-kalt" um 0Grad, auf Brücken, in Unterführungen oder schattigen Wegen. Dort friert Feuchtigkeit schneller, Glätte kann schwer erkennbar sein. Wer automatisch Tempo rausnimmt, erhöht die Sicherheit deutlich.
"Sollten alle Vorsichtsmaßnahmen versagen und das Auto ins Schleudern oder Schieben geraten, Kupplung (falls vorhanden) durchdrücken und voll auf die Bremse und in die gewünschte Richtung lenken", raten die Profis vom ARBÖ.