Der nächste bekannte Name aus der heimischen Buchbranche ist in die Insolvenz gerutscht.
Über das Vermögen der Goldegg Verlag GmbH wurde am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit.
Der unabhängige Sachbuchverlag beschäftigt derzeit elf Mitarbeiter. In seinem Programm führt Goldegg Bücher aus den Bereichen Politik und Gesellschaft, Karriere und Wirtschaft, Gesundheit, Spiritualität und Unterhaltung. Der Verlag arbeitet unter dem Leitsatz "Bewusst leben – bewusst lesen".
Laut dem Insolvenzantrag belaufen sich die Verbindlichkeiten und Rückstellungen auf rund 800.000 Euro. Insgesamt sind 150 Gläubiger von der Pleite betroffen.
Als Ursache nennt das Unternehmen ein schwieriges Umfeld in der gesamten Buchbranche. Belastend seien vor allem Rücknahmeverpflichtungen gegenüber großen Abnehmern gewesen. Im Buchhandel können nicht verkaufte Exemplare unter bestimmten Voraussetzungen an den Verlag zurückgegeben werden. Das finanzielle Risiko bleibt dadurch beim Verlag.
Goldegg hatte laut AKV zunächst versucht, sich außerhalb eines Gerichtsverfahrens neu aufzustellen. Diese Bemühungen seien jedoch ebenso gescheitert wie Gespräche mit möglichen Investoren. In der Folge sei das Unternehmen zahlungsunfähig geworden.
Trotz der Insolvenz soll der Geschäftsbetrieb fortgesetzt werden. Weil es sich um ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung handelt, verliert die Geschäftsführung jedoch die alleinige Kontrolle über das Vermögen. Die weitere Entwicklung wird von der bestellten Insolvenzverwaltung überwacht.
Den Gläubigern bietet Goldegg eine Quote von 20 Prozent an. Das bedeutet: Sie sollen innerhalb von zwei Jahren ein Fünftel ihrer anerkannten Forderungen erhalten. Finanziert werden soll die Quote aus dem laufenden Geschäft.
Die angebotenen 20 Prozent entsprechen dem gesetzlichen Mindestangebot für ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung.
Ob der Plan wirtschaftlich machbar ist und die Quote möglicherweise noch verbessert werden kann, wird nun vom AKV und der Insolvenzverwaltung geprüft. Erst danach wird sich zeigen, ob der Verlag gerettet werden kann.