Für René Benko (49) könnte der Alltag schon bald ganz anders aussehen. Nach fast 21 Monaten hinter Gittern darf der ehemalige Signa-Chef seine Untersuchungshaft künftig in einer angemieteten Wohnung in Innsbruck verbringen.
Statt Gefängniszelle warten dort Fernseher, Internet und Besuche seiner Familie. Sogar Autofahrten sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Am Mittwoch wurde dem gefallenen Immobilienunternehmer der elektronisch überwachte Hausarrest bewilligt. Damit steht Benko der Wechsel aus der Justizanstalt in eine 60 Quadratmeter große Wohnung bevor.
Dort kann er seinen Tagesablauf zumindest teilweise wieder selbst gestalten. Fernsehen, im Internet surfen oder Serien auf Netflix schauen sind während des Hausarrests erlaubt. Auch seine Frau und seine Kinder dürfen ihn besuchen. Nach der langen Zeit in Untersuchungshaft kann Benko damit wieder mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.
Der Hausarrest bedeutet allerdings nicht, dass Benko rund um die Uhr in der Wohnung bleiben muss. Zweimal pro Woche sind Einkäufe vorgesehen. Unter bestimmten Voraussetzungen darf er dafür auch ein Auto verwenden.
Dabei kommt sogar ein Lamborghini Urus infrage, der seinem Umfeld zugänglich sein soll. Voraussetzung wäre allerdings, dass eine entsprechende Nutzung mit der Justiz vereinbart wird. Ob Benko tatsächlich mit dem Luxus-SUV unterwegs sein wird, ist damit offen - aber möglich.
Neben den Einkaufsmöglichkeiten sind auch Aufenthalte im Freien vorgesehen. Abhängig vom jeweiligen Wochentag darf der 49-Jährige zwischen einer und drei Stunden spazieren gehen. Damit erhält Benko Freiheiten zurück, die ihm während seiner Untersuchungshaft in der Justizanstalt nicht zur Verfügung standen.
Ganz ohne Auflagen läuft das neue Leben mit Fußfessel aber nicht ab. Benko darf mit bestimmten Personen aus dem Umfeld der Signa-Gruppe und der Ingbe-Privatstiftung keinen Kontakt aufnehmen.
Auch Alkohol ist während des elektronisch überwachten Hausarrests tabu. Die Untersuchungshaft bleibt weiterhin aufrecht. Lediglich die Form, in der sie vollzogen wird, ändert sich.
Für den einstigen Immobilien-Tycoon beginnt damit nach beinahe 21 Monaten in Haft ein neuer Abschnitt.
Während Benko künftig wieder fernsehen, im Internet surfen und seine Familie empfangen darf, bleibt sein Alltag durch die elektronische Überwachung und die gerichtlichen Auflagen eingeschränkt.
Und auch der mögliche Ausflug im Lamborghini ist keineswegs fix: Dafür braucht es erst die entsprechende Vereinbarung mit der Justiz.