Zum Islam konvertiert

Terror-Alarm! Österreicher schmiedete Anschlagspläne

Ein Österreicher (35) soll im Gefängnis Terrorpläne geschmiedet haben. Nach seiner Entlassung wurde er sofort wieder festgenommen. Die Hintergründe.
15.10.2026, 06:54
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Die Haftstrafe war abgesessen, doch die Freiheit dauerte für einen 35-jährigen Steirer nicht einmal eine Minute. Als er am 1. September die Justizanstalt Graz-Karlau verlassen wollte, warteten laut "Kleine Zeitung" bereits Ermittler des Staatsschutzes auf ihn. Der Mann wurde noch vor dem Gefängnis festgenommen. Der schwere Verdacht: Er soll während seiner Haft einen Terroranschlag vorbereitet haben.

Steirer soll Anschlag geplant haben

Während seines Aufenthalts in der Justizanstalt war der 35-Jährige zum Islam konvertiert. Laut den Ermittlungen soll er sich unter dem Einfluss anderer Häftlinge innerhalb kurzer Zeit radikalisiert haben.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Dabei soll er konkrete Pläne für die Zeit nach seiner Entlassung entwickelt haben. Demnach wollte der Mann zunächst nach Pakistan reisen, um dort in einem Terrorcamp ausgebildet zu werden. Anschließend soll er beabsichtigt haben, sich der Hamas anzuschließen, berichtet die "Kleine Zeitung".

Nach seiner Rückkehr nach Österreich soll ein Anschlag geplant gewesen sein. Diesen hätte er laut Verdacht gemeinsam mit einem bereits polizeibekannten Komplizen verüben wollen.

Aufgeflogen sein sollen die Pläne durch einen anderen Gefangenen. Dieser bekam von den mutmaßlichen Absichten Wind und verständigte die Behörden, heißt es in dem Bericht.

Festnahme direkt nach der Entlassung

Die Ermittler reagierten noch während der laufenden Haftstrafe. Bereits vor dem geplanten Entlassungstermin wurde eine Festnahme angeordnet.

"Schon vor der Entlassung am 1. September gab es eine Festnahmeanordnung. Deshalb wurde der Mann umgehend nach seiner Entlassung wieder festgenommen", bestätigt Christian Kroschl, Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft, gegenüber der "Kleinen Zeitung".

Mittlerweile wurde gegen den 35-Jährigen Anklage erhoben. Er befindet sich in der Justizanstalt Graz-Jakomini in Untersuchungshaft und wartet auf seinen Prozess. Der Steirer bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Auch 18-Jähriger wegen Terrorverdachts in Haft

Der Fall ist nicht der einzige, der die steirischen Staatsschützer beschäftigt. Bereits im Frühjahr wurden in der Obersteiermark drei junge Männer festgenommen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht unter anderem ein 18-jähriger Österreicher mit familiären Wurzeln am Balkan.

Er soll sich im Internet radikalisiert und in einem Video der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen haben. Bei Hausdurchsuchungen stellten Ermittler Datenträger sicher, auf denen sich das Video und weiteres belastendes Material befunden haben soll, so die "Kleine Zeitung".

Der 18-Jährige sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Auch ein junger Tschetschene wird verdächtigt. Ende November sollen sich die beiden in Leoben vor Gericht verantworten. Ihnen werden die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und einer kriminellen Organisation vorgeworfen.

Unter anderem sollen sie Propagandamaterial des IS verbreitet und darüber gesprochen haben, "Ungläubigen Stiche in den Magen zu geben". Auch in diesem Verfahren gilt die Unschuldsvermutung.

Staatsschutz sieht wachsende Gefahr

Die beiden Fälle waren laut "Kleine Zeitung" auch beim jüngsten Sicherheitsgipfel in der Steiermark Thema. Landeshauptmann Mario Kunasek hatte dazu die Klubobleute der Landtagsparteien eingeladen.

Landespolizeidirektor Gerald Ortner und Rupert Meixner, Chef des Landesamts für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE), informierten über die aktuelle Sicherheitslage. Ihre Einschätzung: Die größte Bedrohung für die innere Sicherheit und den demokratischen Rechtsstaat gehe derzeit vom politischen Islam aus.

Dabei unterscheiden die Ermittler zwischen konkreten terroristischen Gefahren und Strömungen des sogenannten legalistischen Islamismus, die demokratische Grundwerte ablehnen.

Rechtsextreme Delikte weiter an der Spitze

Bei den registrierten Straftaten zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Rechtsextrem motivierte Tathandlungen sind in der Steiermark weiterhin am häufigsten. Ihre Zahl stieg von 108 im Jahr 2024 auf 146 im Jahr 2025. Bis Ende August 2026 wurden bereits 92 Fälle erfasst.

Ein großer Teil dieser Delikte betrifft Verstöße gegen das Verbotsgesetz oder den Straftatbestand der Verhetzung.

Laut Staatsschutz gehören viele der angezeigten Personen keiner organisierten rechtsextremen Szene an. Die Identitäre Bewegung wird vom LSE hingegen eindeutig dem Rechtsextremismus zugerechnet. Ihre Angehörigen würden die strafrechtlichen Grenzen genau kennen, berichtet die Tageszeitung.

Im linksextremen Bereich registrierten die Behörden in den vergangenen beiden Jahren zehn beziehungsweise acht Tathandlungen. Ein mit dem Verbotsgesetz vergleichbares Ideologiestrafrecht besteht für andere extremistische Strömungen derzeit nicht.

Auf Bundesebene arbeitet die ÖVP allerdings an einem Gesetzesvorhaben, das unter anderem ein Verbot der Hamas und der Muslimbruderschaft vorsieht.

Experte warnt vor Extremismus im Internet

Eine zusätzliche Herausforderung sehen die Ermittler in der zunehmenden Radikalisierung junger Menschen über soziale Medien.

Terrorismusexperte Nicolas Stockhammer spricht dabei laut "Kleine Zeitung" von "Salatbar-Extremismus". Gemeint ist das Phänomen, dass sich Menschen unterschiedliche extremistische Vorstellungen aus verschiedenen ideologischen Richtungen zusammenstellen.

"Wir sehen, dass immer jünger werdende Extremisten sich in der Filterblase im Internet ihre Ideologien passgenau zusammenschustern", erklärte Stockhammer bei einem Vortrag in Graz. Laut LSE wurden bereits islamistische Fälle registriert, in denen auch das Verbotsgesetz eine Rolle spielte, heißt es in dem Bericht.

Zugleich beobachten die Ermittler, dass die Anti-Israel-Bewegung von Teilen der politischen Linken für eigene Zwecke genutzt werde.

Politischer Islam laut Staatsschutz "Massenphänomen"

Besonders kritisch beurteilen die steirischen Verfassungsschützer die Entwicklung des politischen Islams. Beim Sicherheitsgipfel wurde diese Strömung nicht mehr als Ansammlung einzelner Problemfälle, sondern als "Massenphänomen" beschrieben.

Nach Einschätzung der Ermittler seien entsprechende ideologische Vorstellungen in einem großen Teil der islamischen Community in Österreich verbreitet.

Als Hinweis wird unter anderem eine Befragung von Wiener Pflichtschülern angeführt. Demnach würden 41 Prozent der befragten jungen Muslime islamische Gebote über staatliche Gesetze stellen. Der Staatsschutz sieht deshalb nicht nur die Polizei, sondern auch die Politik, die Justiz und das Bildungssystem gefordert, schreibt die "Kleine Zeitung".

Islamunterricht im Fokus der Ermittler

Kritik äußern die Verfassungsschützer insbesondere am islamischen Religionsunterricht. Aus ihrer Sicht sei dieser Bereich ein möglicher Ansatzpunkt für die Verbreitung politisch-islamistischer Vorstellungen. Nach Einschätzung des LSE lasse die staatliche Kontrolle zu wünschen übrig.

Die Ermittler ordnen laut dem Bericht einen Großteil der islamischen Religionspädagogen dem politischen Islam zu. Die fachliche Qualifikation der Lehrkräfte wird von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) bescheinigt, während die Bezahlung durch den Staat erfolgt.

Moscheenvereine unter Beobachtung

Auch einzelne Moscheenvereine stehen im Blickfeld des Staatsschutzes. In der Steiermark gibt es laut "Kleine Zeitung" rund 30 solcher Vereine, davon 19 in Graz. Die Mehrheit wird vom LSE laut dem Bericht weiterhin als "verfassungsfeindlich" eingestuft.

Als Begründung führen die Ermittler an, dass dort teilweise Wertvorstellungen vermittelt würden, die mit dem demokratischen Rechtsstaat nicht vereinbar seien. Auch junge Menschen würden solche Einrichtungen besuchen. Gleichzeitig wachse der Einfluss extremistischer Inhalte in sozialen Medien.

Die Möglichkeiten der Behörden sind laut dem Bericht begrenzt. Eine Vereinsauflösung allein aufgrund der beschriebenen ideologischen Ausrichtung ist nach geltender Rechtslage nicht vorgesehen.

Während die Politik über zusätzliche gesetzliche Maßnahmen diskutiert, beschäftigen die steirischen Ermittler bereits die nächsten konkreten Terrorverfahren. Ende November stehen die beiden jungen Verdächtigen aus der Obersteiermark vor Gericht. Der 35-Jährige aus Graz wartet ebenfalls in Untersuchungshaft auf seinen Prozess.

wil, 15.10.2026, 06:54