Die Lage spitzt sich zu: Zwischen den USA und Venezuela brodelt es gewaltig. Viele Menschen in Kuba haben Angst um ihre Zukunft. Wie "20 Minuten" berichtet, ist das Land auf Öl-Lieferungen aus Venezuela angewiesen. Doch US-Sanktionen und Seeblockaden machen diese Importe immer schwieriger. Schon jetzt bestimmen Stromausfälle und eine heftige Wirtschaftskrise das tägliche Leben.
Immer mehr Kubaner verlassen ihre Heimat. Laut der Kubanischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte leben mittlerweile 89 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Auch eine Händlerin aus Havanna berichtet von schwierigen Zeiten. Sie gibt dem Regime von Nicolás Maduro eine Mitschuld an der Energiekrise und meint, unter Hugo Chávez sei es nicht so schlimm gewesen. "Mir ist Trump lieber als Maduro", sagt sie offen zur ARD Tagesschau.
US-Präsident Donald Trump legte am Sonntag nach: Kuba stehe "kurz vor dem Zusammenbruch", nachdem die USA Venezuelas Präsident Nicolás Maduro festgenommen hätten. "Kuba ist bereit, zu fallen", erklärte Trump gegenüber Journalisten im Flugzeug.
Er betonte, dass es für Kuba schwer werde, ohne das Geld aus dem venezolanischen Öl zu überleben. Ein militärisches Eingreifen sieht Trump aber derzeit nicht als notwendig: "Ich glaube nicht, dass wir handeln müssen. Es sieht so aus, als würde alles auseinanderbrechen", so der US-Präsident.
Am Samstag versammelten sich in Havanna Menschen zu einer Kundgebung vor der US-Botschaft. Auch Präsident Díaz-Canel war dabei. Laut "20 Minuten" bekräftigte er dort erneut, dass Kuba zu Venezuela halte. "Für Venezuela, natürlich auch für Kuba, sind wir bereit, sogar unser eigenes Leben zu geben – aber zu einem hohen Preis", so Díaz-Canel. Die jahrzehntelange Partnerschaft will er nicht kampflos aufgeben.
Für Kuba ist die Festnahme Maduros ein schwerer Schlag. Das Land ist seit Jahrzehnten auf die Unterstützung aus Venezuela angewiesen, um die Versorgung der Menschen und die Stabilität zu sichern. Trotz der kämpferischen Worte des Präsidenten herrscht bei vielen Kubanern große Unsicherheit. Viele sind überrascht, wie schnell und effektiv die US-Spezialkräfte zuschlugen. Die Angst wächst, dass Kuba als nächstes ins Visier der USA geraten könnte, wie auch CNN berichtet.