Der britische Bestsellerautor und frühere Politiker Jeffrey Archer ist tot. Er starb überraschend im Alter von 86 Jahren, wie sein Verlag HarperCollins in der Nacht auf heute mitteilte. Archer sei "friedlich in seinem Zuhause zwischen zwei Schreibphasen" eingeschlafen.
Bis zuletzt war er aktiv: Noch am Sonntag signierte Archer laut "Sun" Bücher in London. In dieser Woche hätte er beim Literaturfestival in Cheltenham über "Adam and Eve" sprechen sollen – seinen nach eigenen Worten letzten Roman, der heute erscheinen sollte.
Archers Leben lieferte fast so viel Stoff wie seine Romane. 1969 zog er mit nur 29 Jahren ins britische Parlament ein. Fünf Jahre später stand er nach einer Fehlinvestition vor dem finanziellen Ruin – und machte daraus Literatur. Sein erster Roman "Not a Penny More, Not a Penny Less" erschien 1975 und wurde zum Startschuss einer äußerst erfolgreichen Autorenkarriere.
Es folgten zahlreiche Bestseller über Reiche, Mächtige und Ehrgeizige. Auf Deutsch erschienen unter anderem "Der Aufstieg", "Imperium" und "Ein Mann von Ehre". Weltweit verkaufte Archer nach eigenen Angaben mehr als 300 Millionen Bücher.
1985 ernannte Premierministerin Margaret Thatcher Archer zum Vizechef der Konservativen. Schon ein Jahr später musste er wegen einer Geldzahlung an die Prostituierte Monica Coghlan zurücktreten.
Noch schwerer wog ein späterer Skandal: Archer hatte einen Verleumdungsprozess mithilfe von Manipulationen und einem falschen Alibi gewonnen. 2001 wurde er wegen Meineids und weiterer Delikte zu vier Jahren Haft verurteilt, 2003 kam er vorzeitig frei.
Als Schriftsteller blieb Archer dennoch erfolgreich. 2014 gab er eine Prostatakrebsdiagnose bekannt, 2024 schied er aus dem House of Lords aus. Sein Leben blieb damit bis zuletzt fast so ereignisreich wie seine Bücher.