In Kärnten steht die Gastronomie unter Druck: Immer mehr Wirtshäuser schließen – steigende Kosten, Personalmangel und fehlende Nachfolger machen vielen Traditionsbetrieben das Leben schwer. So auch das Lokal von Josef und Helga Preduschnigg, welches bereits ein halbes Jahrhundert geöffnet hat.
Ein riesiges Problem derzeit: Viele Wirte finden schwer Personal – manchmal auch keinen Nachfolger. Auch das Gasthaus Pirker in Waltendorf bei Klagenfurt ist betroffen. Wirtin Helga Preduschnigg dazu im ORF: "Wir schaffen es nicht mehr. Mein Mann ist schon 75, ich bin 60. Angestellte kriegst du sehr schwer. Es hat oft die Familie herhalten müssen. Auf Dauer geht das nicht."
Ganz aufgegeben hat die Wirtin aber noch nicht, denn die Hoffnung auf eine Fortführung des Traditionsbetriebes bleibt, erklärt Preduschnigg: "Und jetzt hoffen wir eben noch auf die Enkelkinder. Das dauert aber noch ein paar Jahre – drei, vier oder fünf. Und dass die das auch weitermachen. Deswegen wollen wir auch nicht ganz zusperren."
Bis dahin wird es im Gasthaus Pirker an den Wochenenden ein paar Speisen zum Mitnehmen geben. Auch für besondere Anlässe wie Familienfeiern werden die Türen geöffnet.
Vor allem in den ländlichen Regionen Kärntens ist längst ein Trend zu beobachten: Immer mehr Wirtshäuser müssen aus wirtschaftlichen Gründen schließen.
Ein Grund sind etwa die gestiegenen Kosten, meint Guntram Jilka, Fachgruppenobmann der Gastronomie in der Wirtschaftskammer im ORF: "Auf der einen Seite gab es ab 2020 Corona, und danach waren es die stark ansteigenden Preise in der Gastronomie und vor allem die in den letzten zwei Jahren eklatanten Lohnsteigerungen, die die gastronomischen Unternehmer den Mitarbeitern gezahlt haben, die sich natürlich auf die Preise niedergeschlagen haben."