Mit Fassungslosigkeit endete ein Chorkonzert in Kammern im Liesingtal (Bezirk Leoben, Steiermark) für eine Grazerin. Sie besuchte das Konzert "Tierisch gut drauf", aufgetreten sind ein Singkreis und ein Kinderchor.
Doch dann kippte die Stimmung. Für den Ärger verantwortlich sei die Moderation von Hannes Nimpfer gewesen. Der frühere Vizebürgermeister von Kammern ist heute unter anderem Landesbildungsreferent des Pensionistenverbandes Steiermark.
"Meiner Meinung nach wurde der Abend in ein schlechtes Licht gerückt, da Herr Nimpfer es für nötig hielt, in seine Moderation einen Witz einzubauen, der alleine durch den generellen Rassismus des Witzes nicht mehr zeitgemäß war", schildert die Grazerin in der Kleinen Zeitung.
"Den Vogel schoss er ab, als er ein sehr menschenverachtendes Wort für schwarze Menschen mehrmals für den Witz wiederholte", sagte die Frau.
Eine anschließende Bemerkung des Moderators, dass man dieses Wort "eigentlich nicht mehr sagen dürfe", sei laut der Frau keine echte Entschuldigung gewesen. "Abgesehen davon, dass in der heutigen Zeit dieses Wort in einer sozialen und achtsamen Gesellschaft absolut nichts mehr zu suchen hat, zeigte Herr Nimpfer mit der Verwendung des Wortes auch den anwesenden zuschauenden und mitwirkenden Kindern, dass dieses Wort bedenkenlos verwendet werden kann." Auch andere Aussagen des Moderators seien unangenehm aufgefallen.
Direkt nach der Veranstaltung habe sie Nimpfer nicht angesprochen. "Ich war dermaßen aufgebracht und geladen, ich war mir nicht sicher, ob ich da im Gespräch nicht zu emotional werde", sagte sie der Kleinen Zeitung.
Die Erlebnisse hätten die Grazerin danach noch lange beschäftigt. "Ich habe mich viel mit meiner Mama darüber unterhalten." Schließlich entschloss sie sich, die Vorfälle öffentlich zu machen.
Hannes Nimpfer sagt jetzt zur Kleinen Zeitung: "Im Rahmen dieser Veranstaltung habe ich eine Aussage gemacht, die unangebracht war und Menschen verletzt haben könnte. Das bedaure ich sehr." Außerdem betont er: "Eine diskriminierende Haltung entspricht nicht meinen persönlichen Überzeugungen."