Grüne wollen Antworten

Bio-Schwindel in Parlaments-Lokal – viele Fragen offen

Das "Kelsen" soll sich nicht an die Vorgaben des Umweltzeichens (Bio- und Regionalprodukte) gehalten haben. Die Grünen fordern nun Aufklärung.
Wien Heute
08.10.2025, 08:02
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Nach dem Bio-Skandal rund um das Parlaments-Lokal "Kelsen" fordert die Grüne Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer (plus einige Partei-Kolleg:innen) Aufklärung. In einer parlamentarischen Anfrage vom 7. Oktober werden Nationalratspräsident Werner Rosenkranz (FPÖ) insgesamt 13 Fragenkomplexe gestellt.

Wie "Heute" berichtete, soll das Parlaments-Restaurant nicht immer auf biologische, regionale und nachhaltige Küche setzen, obwohl dies eine Voraussetzung für den Zuschlag als neuer Pächter war.

Import-Ware statt Regional-Produkte

Das Lokal warb demnach auf der Speisekarte, der Homepage und in den sozialen Medien mit dem österreichischen Umweltzeichen – ein geprüftes Siegel mit strengen Auflagen, was Bio- und Regionalprodukte sowie ethische Tierhaltung betrifft. Zudem muss die Einhaltung durch Rechnungen belegt werden.

Und genau diese wurden dem "Kelsen" zum Verhängnis: Denn Belege eines Großhändlers zeichnen laut einem Bericht des "Falter" ein anderes Bild: Zander tiefgefroren aus Kasachstan, Goldbrassenfilets aus der Türkei, Garnelen aus Bangladesch, Saunaschinken mit "Fleisch aus der EU", Tafelspitz aus den Niederlanden und Frühlingsrollen aus China – von Regionalität oder Bio-Qualität keine Spur.

"Kelsen"-Geschäftsführer gesteht Fehler

Auch "Kelsen"-Geschäftsführer Thomas Hahn äußert sich gegenüber "Heute": "Wir haben es verabsäumt, das gesamte Team regelmäßig in den Kriterien des Umweltzeichens zu schulen. Das war ein Fehler, den wir bedauern. Richtig ist auch, dass der zu Beginn angestrebte Bioanteil nicht gehalten werden konnte. Das 'Kelsen' ist bestrebt, diesen rasch wieder zu erhöhen."

In der parlamentarischen Anfrage soll der Causa nun auf den Grund gegangen werden – mit Fragen wie "Gab es zwischen 2023 und heute Gespräche zwischen Vertreter:innen der Kelsen Kulinarik GmbH und der Parlamentsdirektion über die Anpassung des Konzepts des Kelsen?", "Wann haben Sie (der Nationalratspräsiden, Anm.) von den Verstößen des Kelsen gegen die Anforderungen des Umweltzeichens erfahren?" oder "Ist Ihnen bekannt, ob und wenn ja wann es Kontrollen seitens der Lebensmittelaufsichtsbehörde im Kelsen gab?"

Keine Frist für Beantwortung

Wann die parlamentarische Anfrage beantwortet wird, bleibt allerdings offen. Denn im Gegensatz zu Anfragen an die Bundesregierung oder eines ihrer Mitglieder, die innerhalb von zwei Monaten beantwortet werden müssen, gibt es bei Anfragen an den Nationalratspräsidenten keine Frist für die Beantwortung.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 08.10.2025, 14:00, 08.10.2025, 08:02
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