Die Ferien sind, aber die nächste Hitzewelle wird auch im kommenden Jahr anstehen. Zuletzt sorgte diese im Juni in den Klassenzimmern für erschöpfte Schüler und verärgerte Eltern. "Die Kinder kommen zu Mittag völlig erschöpft aus der Schule, durchnässt vom Schwitzen und komplett fertig aufgrund der starken Hitze im Klassenzimmer", berichtete etwa eine betroffene Mutter – "Heute" berichtete.
Zusätzlich steht ein weiterer Vorwurf im Raum. Laut betroffenen Eltern durften Lehrkräfte der OVS Eßlinger Hauptstraße zuletzt nicht mehr über die Temperaturen (zuletzt sogar 41 Grad!) in ihren Klassen sprechen. Auch bei Volksanwalt Christoph Luisser langten dazu zwei Beschwerden von Eltern ein. Die Stadt Wien wurde bereits zur Stellungnahme aufgefordert, eine Antwort liegt bislang noch nicht vor.
"Mir wurde durch Medien bekannt, dass Lehrern ein Sprechverbot auferlegt wurde. Demnach dürfen diese nicht mehr über die Zustände in den Klassen sprechen. Dieser Vorwurf wurde in meinem Schreiben an das Rathaus thematisiert und wird genauestens beleuchtet werden. Ich werde an der Sache dranbleiben, bis eine dauerhaft akzeptable Lösung gefunden wurde", zeigt sich Luisser in einer Aussendung kämpferisch.
Weiters sorgt eine 50.000-Euro-Studie für Aufsehen, die die Stadt Wien bereits 2021 erstellen ließ, um Lösungen gegen die extrem hohen Temperaturen in Wiener Schulklassen zu finden. Wie die "Kronen Zeitung" berichtete, empfahl die Untersuchung unter anderem Lüften, LED-Beleuchtung, Beschattung und Unterricht im Freien.
"Die Wiener Stadtregierung kümmert die Gesundheit der Schüler und Lehrer augenscheinlich überhaupt nicht. Anstatt das Geld sinnvoll zu investieren, wie zum Beispiel in Klimaanlagen oder Ventilatoren, wird eine nichtssagende Studie in Auftrag gegeben. Die armen Schüler und Lehrer dürfen zwischenzeitlich in ihren 'Saunaklassen' unter der hochsommerlichen Glut weiter schwitzen und leiden", so Luisser.
Der Volksanwalt kündigte eine umfassende Prüfung an: "Ich habe dazu ein amtswegiges Prüfverfahren in die Wege geleitet. Diese ominöse Studie wird von mir akribisch durchleuchtet werden. Sämtliche Aspekte und Umstände dieser Causa gehören vollumfänglich aufgeklärt."
Die Causa reiht sich in eine seit Wochen anhaltende Debatte über die Temperaturen in Wiener Schulen ein. Lehrervertretungen berichteten von hunderten Meldungen über überhitzte Klassenräume, teilweise wurden bis zu 39 Grad gemessen. Einzelne Schulen reagierten mit verkürzten Unterrichtszeiten oder boten Eltern an, ihre Kinder früher abzuholen.