Wichtige Widerstandszone fällt

Bitcoin erholt sich und steigt wieder auf 85.000 Dollar

Nach einem deutlichen Kursrückgang hat sich Bitcoin erholt. Ein gescheitertes US-Gesetzesvorhaben und neue ETF-Zuflüsse prägten die Entwicklung.
Digital  Heute
24.09.2026, 17:55
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Bitcoin hat sich nach einem deutlichen Rückgang wieder erholt und notiert bei rund 85.000 US-Dollar. Zwischenzeitlich war die Kryptowährung auf etwa 75.900 Dollar gefallen. Auslöser für den Einbruch war die gescheiterte Verfahrensabstimmung zum US-amerikanischen Clarity Act am 15. September, erklärt Dirk Heß, Geschäftsführer bei nxtAssets. Das Gesetzesvorhaben soll den regulatorischen Rahmen für den Kryptomarkt in den USA klären.

Die Abstimmung im US-Senat sollte die weitere Beratung des Gesetzes verkürzen. Nachdem sie scheiterte, reagierte der Bitcoin-Kurs mit einem deutlichen Rücksetzer. Nur einen Tag später erhöhte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihren Leitzins laut dem Marktkommentar um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Höhere Zinsen können Anlagen mit größeren Kursschwankungen wie Bitcoin unter Druck setzen, weil Anleger dadurch auch andere Möglichkeiten für ihre Investitionen haben, so Heß.

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Der Zinsschritt sei allerdings bereits weitgehend erwartet worden, erklärt Heß. Aus seiner Sicht war daher vor allem die Enttäuschung über die ausbleibenden Fortschritte bei der Gesetzgebung für den Kursrückgang verantwortlich. Die Märkte hätten diesen Rückschlag in den darauffolgenden Tagen überraschend schnell verarbeitet.

US-Behörden treiben eigene Regeln voran

Trotz der Verzögerungen im Senat gibt es laut Heß Bewegung bei der Regulierung von Kryptowährungen in den USA. Zwei Tage nach der gescheiterten Abstimmung legte die US-Terminmarktaufsicht CFTC ein eigenes Regelvorhaben für Kryptotransaktionen und Kryptomärkte beim Weißen Haus zur Prüfung vor. Das Verfahren befindet sich demnach noch in einer frühen Phase.

Am selben Tag erteilte die US-Börsenaufsicht SEC bestimmten Handelsplätzen eine auf fünf Jahre befristete Ausnahme für den Onchain-Handel mit tokenisierten US-Aktien. Dabei werden Aktien durch digitale Wertmarken auf einer Blockchain abgebildet. Die beiden Behörden würden damit erste regulatorische Schritte setzen, während die Beratungen im Senat stocken, so die Einschätzung des Marktkommentators.

Millionenverluste bei Short-Positionen

Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Bitcoin-Kurs durch einen sogenannten Short Squeeze. Dabei müssen Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt haben, ihre Positionen schließen, wenn der Markt entgegen ihrer Erwartung steigt. Diese Rückkäufe können den Kurs zusätzlich nach oben treiben.

Innerhalb von 24 Stunden wurden laut Heß Short-Positionen im Gesamtwert von 647,9 Millionen US-Dollar liquidiert. Davon entfielen 277,5 Millionen Dollar allein auf Bitcoin. Die Zwangsschließungen hätten den Kaufdruck am Markt weiter erhöht und damit zur Erholung beigetragen.

Bitcoin-ETFs verzeichnen wieder hohe Zuflüsse

Neben den erzwungenen Rückkäufen am Derivatemarkt sieht Heß auch bei den börsengehandelten Bitcoin-Fonds in den USA eine deutliche Veränderung. Nach der gescheiterten Abstimmung zum Clarity Act hätten die Spot-Bitcoin-ETFs am Dienstag und Mittwoch Abflüsse von rund 746 Millionen US-Dollar verzeichnet.

Danach drehte die Entwicklung laut dem Marktkommentar rasch. Am Donnerstag flossen 159,5 Millionen Dollar und am Freitag weitere 433 Millionen Dollar in die Produkte. Zum Wochenbeginn beschleunigte sich die Nachfrage demnach nochmals: Die Zuflüsse erreichten rund 999 Millionen Dollar. Die rasche Rückkehr des Anlegerinteresses zeige sich damit sowohl beim Bitcoin-Kurs als auch bei den ETF-Zuflüssen.

Kurs durchbricht wichtige Widerstandszone

Nach einem Anstieg auf mehr als 87.000 US-Dollar in der laufenden Woche gab Bitcoin einen Teil seiner Gewinne wieder ab. Zuletzt habe sich der Kurs bei rund 85.000 Dollar stabilisiert, schreibt Heß. Dabei sei die zuvor wichtige Widerstandszone zwischen 82.000 und 84.000 Dollar überwunden worden.

Diese Preisspanne könnte nun als Unterstützung dienen. Das bedeutet, dass dort bei einem erneuten Kursrückgang verstärkt Käufer aktiv werden könnten. Heß sieht in der überwundenen Hürde eine mögliche Grundlage für weitere Kursanstiege. Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, ist allerdings offen.

red,Akt. 24.09.2026, 19:09, 24.09.2026, 17:55