Jobverlust, Krankheit und hohe Lebenshaltungskosten bringen Haushalte unter Druck. Die Schuldnerhilfe OÖ verzeichnet neun Prozent mehr Hilfesuchende, wie "Heute" berichtet hat.
"Selten gibt es nur eine Ursache dafür, warum Menschen in eine Schuldensituation geraten", erklärt Experte Johannes Kletzl. Zu den wichtigsten Auslösern gehört etwa weggebrochenes Einkommen. Auch mangelnde Budgetplanung und ein problematischer Umgang mit Geld können dazu beitragen.
Eine neue Statistik untermauert die angespannte Situation in OÖ: Die Schuldenverfahren haben in den ersten drei Quartalen 2026 zugenommen, so der Alpenländische Kreditorenverband. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Zahl der Anträge auf Privatinsolvenz um 14,9 Prozent auf 1.265. Das österreichweite Plus lag bei nur 9,1 Prozent.
Von Jänner bis September wurden im Bundesland insgesamt 1.150 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Im Vergleich zur entsprechenden Periode 2025 bedeutet das einen satten Anstieg von 17,8 Prozent. Zum Vergleich: der bundesweite Zuwachs machte lediglich 9,8 Prozent aus.
Bei der bisherigen Durchschnittsverschuldung in diesem Jahr gab es ebenfalls erneut ein Anstieg: Aktuell liegt sie bei rund 138.900 Euro. Im vergangenen Jahr waren es 123.900 Euro.
Männer weisen mit durchschnittlich etwa 158.800 eine deutlich höhere Verschuldung auf als Frauen. Bei ihnen sind es im Schnitt 101.800 Euro. Wie bereits in den Vorjahren entfiel der Großteil der Insolvenzverfahren auf Personen im Alter zwischen 40 und 59 Jahren.