Das Geld wird knapp, die Rechnungen bleiben: Immer mehr Menschen wenden sich an die Schuldnerhilfe OÖ. Heuer suchten bisher neun Prozent mehr Unterstützung als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, berichtet Geschäftsführer Johannes Kletzl gegenüber "Heute". Schon in den Jahren davor nahm die Zahl der Hilfesuchenden stetig zu.
Die SCHULDNERHILFE OÖ ist eine staatlich anerkannte Schuldenberatungs- und Familienberatungsstelle mit Beratungsangeboten in Linz, Rohrbach-Berg, Freistadt, Perg und Kirchdorf an der Krems.
Neben Schuldenberatung werden auch Budget-, Spielsucht- und Kaufsuchtberatung, Finanzbildung, der OÖ Finanzführerschein und das Betreute Konto angeboten. Die Angebote werden kostenlos und vertraulich angeboten.
Tel. 0732 77 77 34
Auch die Konkurszahlen zeigen, wie angespannt die Lage ist: Wie berichtet, wurden laut Kreditschutzverband in den ersten neun Monaten heuer in OÖ 1.121 Privatkonkurse eröffnet – um 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die vorläufige Schuldensumme stieg um 27,9 Prozent auf rund 156 Millionen Euro. Pro Schuldner sind das durchschnittlich etwa 139.000 Euro.
"Selten gibt es nur eine Ursache dafür, warum Menschen in eine Schuldensituation geraten", erklärt Kletzl. Zu den wichtigsten Auslösern gehören Einkommensverluste durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit. Auch mangelnde Budgetplanung und ein problematischer Umgang mit Geld können dazu beitragen.
Zusätzlich setzt die Teuerung den Haushalten zu: "Auch die massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten bringen ein ohnehin angespanntes Haushaltsbudget zum Kippen", sagt Kletzl. 42 Prozent der Menschen, die bei der Einrichtung Beratung suchen, haben weniger als 1.500 Euro netto monatlich zur Verfügung.
Rund 30 Prozent der Ratsuchenden sind arbeitslos. Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote in OÖ liegt laut Kletzl derzeit bei rund 5,2 Prozent. "Man sieht hier deutlich, dass es eine erhebliche Wechselwirkung zwischen Arbeitslosigkeit und Überschuldung gibt!"
Für den Herbst erwartet der Geschäftsführer weiterhin viele Menschen, die Unterstützung benötigen. Auch in den ersten Wochen des kommenden Jahres rechnet die Schuldnerhilfe mit einer hohen Zahl an Anfragen. Der Jahreswechsel könne für viele ein Anstoß sein, sich um die Regulierung der eigenen Finanzen zu bemühen, erklärt Kletzl.