Andere suchen im Urlaub das Weite, Bianca Dorner sucht die Nähe – zu wildfremden Menschen! Die Kuscheltherapeutin aus St. Florian (Bez. Linz-Land) hat eine spontane Österreich-Tour gestartet und verteilt kostenlose Umarmungen. Warum sie das macht? "Weil das Wetter schön ist und den Menschen so etwas fehlt, da draußen und ich ein verrücktes Huhn bin."
Die diplomierte Krankenschwester bietet wie berichtet professionell Kuscheltherapie an. Dabei geht es um Nähe und Geborgenheit. Für die Sitzungen gelten klare Regeln: Alle bleiben bekleidet, Küssen, sexuelle Handlungen und Berührungen an Intimzonen sind tabu. Zu ihren Klienten gehören Menschen, die einsam sind, trauern oder unter Stress stehen.
Dass Nähe gerade jetzt fehlt, merkt Dorner an ihren Buchungsanfragen. Seit Anfang September würden diese wieder zunehmen, wie schon im Vorjahr. "Es wird früher draußen finster, es wird kalt und die Leute merken das und dieses Kuscheln fehlt ihnen", erzählt sie im Gespräch mit "Heute".
Die Sehnsucht nach "Wärme und Zusammensein" sei für sie fest in unserem sozialen Dasein verankert. Einen fixen Reiseplan gibt es nicht. Erst ging es Richtung Salzburg, möglicherweise über Kärnten wieder heim. "Es muss nicht immer alles geplant werden", findet sie. Bis Mittwoch hat Dorner jedenfalls noch Zeit.
Mit den Gratis-Umarmungen will Dorner auch ihr Angebot bekannter machen. Denn noch immer reagieren Menschen überrascht, wenn sie von Kuscheltherapie hören: "Es gibt immer wieder noch diesen Aha-Effekt." Auf Facebook kamen laut Dorner schnell Anfragen, ob sie auch in anderen Gegenden vorbeischauen könnte. Wer eine Umarmung brauchen kann, darf seinen Wunsch in den Kommentaren hinterlassen. Die Kuscheltherapeutin ist jedenfalls offen für Umwege.