Sehen ist nicht alles! In seiner außergewöhnlichen Dokumentation "Car la lune" zeigt Regisseur Éric Baudelaire, wie blinde und sehbeeinträchtigte Jugendliche die Welt erleben. Dafür drückt er Schülern des Nationalen Instituts für blinde Jugendliche in Paris kurzerhand Kameras in die Hand. Die Einrichtung ist eng mit Louis Braille, dem Erfinder der Blindenschrift, verbunden.
Was dabei entsteht, ist alles andere als gewöhnliches Kino. Wackelige Bilder, unscharfe Aufnahmen und persönliche Einblicke erzählen vom Alltag der Teenager, ihren Träumen und großen Gefühlen. Musik spielt dabei eine wichtige Rolle: Während eine Schülerin Édith Piafs Klassiker "Je ne regrette rien" singt, bastelt eine andere am Sommerhit des Jahres.
Besonders berührend ist die Geschichte einer Jugendlichen, die nach einer Operation vollständig erblindet. Ihr Trost: In ihren Träumen kann sie weiterhin Bilder sehen.
Mit "Car la lune" liefert Baudelaire einen ungewöhnlichen Blick auf eine Welt, in der Hören, Fühlen und Schmecken eine ganz eigene Form des Sehens sind. Zu erleben ist die Doku bei der Viennale 2026.