ICE-Todesschüsse

Bodycam-Videos werfen neue Fragen im Fall Martinez auf

Nach Veröffentlichung von Bodycam-Videos zu tödlichen Polizeischüssen in Texas werden Zweifel an der offiziellen Darstellung laut.
Newsdesk Heute
07.03.2026, 19:29
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Ein Jahr nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf den US-Bürger Ruben Ray Martinez im Bundesstaat Texas sind jetzt Videos vom Vorfall veröffentlicht worden.

Die am Freitag von den Behörden in Texas freigegebenen Aufnahmen von den Körperkameras könnten neue Fragen zu dem Fall aufwerfen. Auf den Videos ist zu sehen, dass die Bremslichter von Martinez' Auto leuchten, als plötzlich drei Schüsse fallen.

Das widerspricht der Darstellung der Behörden, Martinez hätte sein Auto beschleunigt und absichtlich auf einen Polizisten zugehalten. Auf den Aufnahmen sieht man dann, wie die Polizisten den schwer verletzten 23-Jährigen aus dem Auto ziehen und ihm Handschellen anlegen.

Ein weiteres Video zeigt, wie Martinez' Beifahrer Joshua Orta befragt wird. Er sagt, das Auto habe sich "kaum bewegt", bevor die Schüsse gefallen sind. Orta gibt aber auch zu, dass Martinez wegen vorherigem Alkoholkonsum "Panik" bekommen habe, als er die Polizisten gesehen hat – und dass ein Beamter vom Auto am Fuß getroffen worden sei.

Martinez wurde bereits im März 2025 auf South Padre Island in Texas von der Polizei erschossen. Damals sorgte der Fall aber kaum für Aufsehen – vor allem, weil nicht bekannt wurde, welche Polizeieinheit den jungen Mann erschossen hatte.

Bereits drei Todesopfer

Erst im vergangenen Monat hat das US-Heimatschutzministerium zugegeben, dass ein ICE-Polizist die tödlichen Schüsse abgegeben hat. Davor hatte eine Nichtregierungsorganisation die Veröffentlichung interner Behördendokumente zu dem Fall erzwungen.

Martinez ist damit das erste von insgesamt drei Todesopfern durch Schüsse von Einwanderungspolizisten seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump Anfang 2025. Im Jänner hatten Polizisten von ICE und vom Grenzschutz in zwei Vorfällen in Minneapolis die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti erschossen. Diese Todesfälle, die auf Handy-Videos festgehalten wurden, sorgten sofort für massive Proteste und internationale Schlagzeilen.

Das harte Vorgehen der Einwanderungsbehörden bei den von Trump angeordneten Abschiebe-Razzien sorgt immer wieder für Kritik. Die Beamten stehen wegen ihrer brutalen Einsätze oft in der Kritik.

Nach den Massenprotesten wegen der beiden Todesfälle in Minneapolis kündigte die US-Regierung an, die ICE-Einsätze in der von den oppositionellen Demokraten regierten Stadt im Norden der USA zu beenden. Am Donnerstag hat Trump dann die Heimatschutzministerin Kristi Noem gefeuert, die für die Umsetzung seiner Abschiebepolitik verantwortlich war.

{title && {title} } red, {title && {title} } 07.03.2026, 19:29
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