Explosionen, Sachbeschädigungen und verängstigte Bewohner! In der Wohnhausanlage Am Schöpfwerk in Wien-Meidling sollen Jugendliche seit Wochen für Chaos sorgen. Nach den heftigen Beschwerden reagiert nun Wiener Wohnen. Die Hausverwaltung hat bereits die Polizei eingeschaltet, doch die Suche nach den Verantwortlichen gestaltet sich schwierig.
Wie "Heute" berichtete, sollen Gruppen von Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren beinahe täglich durch die Wohnhausanlage ziehen und Böller zünden. Zuletzt sollen sogar Spraydosen und andere Druckbehälter zur Explosion gebracht worden sein. Auch Mistkübel und ein Fahrzeug sollen beschädigt worden sein.
"Seit mittlerweile zwei Wochen geht es hier zu wie im Krieg!", schilderte ein verzweifelter Anrainer gegenüber "Heute". Die Beschwerden sind auch Wiener Wohnen bekannt.
Die Hausverwaltung zeigt sich über die Vorfälle besorgt und macht deutlich, dass insbesondere der gefährliche Umgang mit Feuerwerkskörpern und mutwillige Sachbeschädigungen nicht hinnehmbar seien. Deshalb habe man umgehend Kontakt mit der örtlichen Polizeiinspektion "Am Schöpfwerk" aufgenommen.
Nach Auskunft von Wiener Wohnen führt die Polizei regelmäßig Streifengänge durch die weitläufige Wohnhausanlage durch. Allerdings seien diese von den personellen Möglichkeiten und der jeweiligen Einsatzlage abhängig.
Das Problem: Die mutmaßlichen Verursacher konnten nach Kenntnis der Hausverwaltung bislang nicht ausgeforscht werden. Häufig hätten sie das Gelände bereits verlassen, bevor die alarmierten Polizisten eintreffen. Für die Bewohner bedeutet das weiterhin Unsicherheit. Denn trotz der Polizeipräsenz ist bislang keine dauerhafte Lösung in Sicht.
Auch Wiener Wohnen selbst sieht nur begrenzte Möglichkeiten, gegen die Vorfälle vorzugehen. "Die Möglichkeiten von Wiener Wohnen, solche Vorfälle zu verhindern, sind leider sehr begrenzt", erklärt eine Sprecherin gegenüber "Heute".
Gerade in einer derart großen Wohnhausanlage wie Am Schöpfwerk seien Zugangsbeschränkungen nicht umsetzbar. Eine vollständige Kontrolle darüber, wer sich auf dem Gelände aufhält, sei damit nicht möglich.
Die Hausverwaltung setzt deshalb vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Polizei und die Mithilfe der Mieter. Bewohner werden ausdrücklich ersucht, verdächtige Vorfälle und gefährliche Bölleraktionen möglichst rasch der Exekutive zu melden. Je früher die Polizei verständigt werde, desto größer sei die Chance, die Verantwortlichen noch vor Ort anzutreffen.
Ob die regelmäßigen Streifengänge künftig für mehr Ruhe am Schöpfwerk sorgen, bleibt abzuwarten. Für die betroffenen Bewohner ist die Hoffnung jedenfalls groß, dass die nächtliche Knallerei endlich ein Ende findet.