Ein Anruf mitten in der Nacht, ein verwüstetes Geschäft und ein Schaden in enormer Höhe: Für Juwelier Felix Köck wurde der Mittwoch zum Albtraum. Nach dem brutalen Rammbock-Coup am Wiener Graben sitzt der Schock tief. Im Gespräch mit "Heute" erzählt der Geschäftsinhaber, wie sehr ihn die Tat getroffen hat und warum er trotzdem nicht aufgeben will.
"Es hat sich angefühlt wie ein Traum – aber keiner von den Guten", beschreibt Felix Köck die Stunden nach dem Einbruch in sein Juweliergeschäft am Graben. Gegen 4.30 Uhr wurde der Unternehmer durch einen Anruf der Polizei aus dem Schlaf gerissen. Was er daraufhin erfuhr, konnte er zunächst kaum fassen.
In den frühen Morgenstunden hatten mehrere Unbekannte mit einem gestohlenen Lexus-SUV im Rückwärtsgang die Auslage seines Geschäfts gerammt. Mit voller Wucht krachte das Fahrzeug in das Juweliergeschäft. Die Täter gingen arbeitsteilig vor, schnappten sich Schmuck und flüchteten. Nach wenigen Minuten war alles vorbei.
Dass ein Juweliergeschäft zum Ziel von Kriminellen werden kann, war Köck immer bewusst. "Man muss mit gewissen Dramen und Tragödien leider rechnen", erklärt er. Doch mit einem Überfall in diesem Ausmaß habe er niemals gerechnet. Neben dem finanziellen Schaden sind es vor allem die Gedanken danach, die ihn beschäftigen. "Man hinterfragt vieles und denkt immer darüber nach, was man hätte anders machen können", erzählt der Geschäftsinhaber nachdenklich.
Der Einbruch hat bei ihm auch grundsätzliche Fragen aufgeworfen. "Ich stelle mir auch die Frage, was wirklich wichtig ist im Leben", sagt Köck. Ob sich sein Blick auf die Arbeit und seine Mitmenschen durch die Tat dauerhaft verändern wird, könne er derzeit noch nicht sagen.
Besonders bitter ist der Zeitpunkt des Einbruchs. Nur wenige Wochen vor Weihnachten, einer wichtigen Zeit für den Schmuckhandel, steht der Unternehmer vor großen Herausforderungen.
"Es wird definitiv die schlechteste Saison bisher", gesteht Köck. Die Sorgen um die kommenden Wochen sind groß. Neben dem materiellen Verlust muss er nun auch versuchen, den Geschäftsbetrieb wieder in geordnete Bahnen zu bringen.
Doch inmitten des Schocks gab es für den Juwelier auch einen Moment, der ihn besonders berührte: der Zusammenhalt seiner Mitarbeiter.
Schon in den frühen Morgenstunden kamen sie ins Geschäft, um mitanzupacken und die Verwüstung zu beseitigen. Statt den Unternehmer mit den Folgen des Einbruchs alleine zu lassen, standen sie ihm zur Seite. Auch von Kollegen erfuhr Köck Unterstützung. Gerade in dieser schwierigen Situation bedeutet ihm der Zusammenhalt besonders viel.
Auch wenn die kommenden Wochen alles andere als einfach werden, will sich Felix Köck von dem Einbruch nicht entmutigen lassen. "Es hilft alles nichts, wir werden uns nicht unterkriegen lassen und weitermachen wie bisher", sagt der Juwelier entschlossen.
Der Schaden ist groß, der Schock noch längst nicht überwunden. Doch die Unterstützung seiner Mitarbeiter und Kollegen gibt dem Unternehmer zumindest eines zurück: die Zuversicht, dass es weitergeht.