Im Rückwärtsgang in die Panzerglas-Auslage! Am frühen Mittwoch kam es gegen 4.30 Uhr zu einem Rammbock-Coup in das bekannte Juweliergeschäft "Von Köck" am Graben in der Wiener City. Dabei gingen die Tatverdächtigen hoch professionell vor.
Gegen 4.20 Uhr rasten die bislang unbekannten Täter mit einem SUV der Marke Lexus im Rückwärtsgang in das Geschäft und demolierten so den Eingangsbereich komplett. Innerhalb weniger Sekunden sollen die Täter Schmuck aus der zerstörten Auslage geraubt haben.
Danach flüchteten sie mit ihrer Beute und einem zweiten Auto in eine unbekannte Richtung – den Lexus-SUV ließen sie am Tatort liegen. Jetzt kommen neue Details zum Auto ans Licht: Der Lexus war zuvor in der Wiener Leopoldstadt, im Nachbarbezirk, gestohlen worden.
Die Polizei ermittelt derzeit in alle Richtungen. Vor Ort wurden von den Beamten Spuren gesichert sowie Videoaufnahmen aus Kameras im Geschäft und der Umgebung ausgewertet. Der Schaden liegt im Millionen-Bereich, erklärt Juwelier Felix Köck nach dem Rammbock-Coup gegenüber "Heute".
Der Juwelier bekommt den Schaden jedenfalls ersetzt. Denn die Sicherungsmaßnahmen des Geschäfts wären perfekt gewesen, ihm könne man keinen Vorwurf machen. Gegen den Auto-Rammbock hatte das Panzerglas aber keine Chance.
Versicherungsprofi Nikolaus Barta schlägt in ORF "Wien Heute" vor, die Wiener Innenstadt in der Nacht mit Pollern abzusichern – um künftige Rammbock-Coups zu verhindern.
Was den Tätern letztendlich zum Verhängnis werden könnte, ist kurios. Denn die kostbaren Stücke selbst könnten zum Stolperstein werden. "Es wurden auch Einzelstücke gestohlen, Edelsteine, die weltweit einzigartig und nur sehr schwer zu verkaufen sind", erzählt der Geschäftsbesitzer. Denn den Verdächtigen fehlt etwas Entscheidendes: die Echtheitszertifikate.