Eine alarmierende Statistik: Laut Kreditschutzverband ist die Zahl der eröffneten Privatkonkurse in den ersten neun Monaten in Oberösterreich deutlich gestiegen. Das unrühmliche Plus verglichen mit der Vorjahresperiode: 15 Prozent auf insgesamt 1.121 Verfahren.
Im Schnitt stand jeder Schuldner mit rund 139.000 Euro in der Kreide. Das waren um zirka 14.000 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr.
Personen mit geringem Einkommen dürfen nun in der zweitgrößten Stadt des Bundeslandes – Wels (rund 66.000 Euro) – zumindest vorübergehend aufatmen: Die Politik stellt einen Weihnachtszuschuss zur Verfügung.
Die Details: Anspruchsberechtigt sind Pensionisten und Rentner, Berufstätige (ausgenommen Lehrlinge und Auszubildende) sowie Bezieher laufender Sozialhilfe- oder Unterhaltsleistungen, einschließlich Pflegekinder. Darüber hinaus können auch Personen den Zuschuss beantragen, die Leistungen des AMS oder der Gesundheitskasse Kinderbetreuungsgeld beziehen.
Für Ein-Personen-Haushalte macht die Hilfe 150 Euro aus. Für jede weitere unterhaltsberechtigte Person werden extra 75 Euro ausbezahlt. Voraussetzung für den Erhalt ist die österreichische Staatsbürgerschaft bzw. die Staatsangehörigkeit eines EU- oder EWR-Landes. Außerdem muss seit zwei Jahren durchgehend der Hauptwohnsitz in Wels bestehen.
Für die Gewährung des Zuschusses gelten Einkommensgrenzen von 1.322,92 Euro für Ein-Personen-Haushalte und 2.078,65 Euro für Haushalte mit Ehegatten oder Lebensgefährten. Für jede weitere unterhaltsberechtigte Person im Haushalt, die Anspruch auf Familienbeihilfe hat, erhöht sich die Einkommensgrenze um jeweils 109 Euro.
Der Antrag kann von bis einschließlich 30. Oktober jeweils von 8 bis 12 Uhr im Rathaus (Stadtplatz 4) gestellt werden. Zusätzlich ist die Einreichung bis 31. Oktober online möglich. Für nähere Infos steht die Dienststelle Sozialservice und Frauen unter Tel. 07242/235-3800 bereit.
"Die hohen Kosten für Energie, Wohnen und Lebensmittel stellen für viele Menschen nach wie vor eine große finanzielle Belastung dar", erklären Bürgermeister Andreas Rabl und die zuständige Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger (beide FPÖ). Besonders einkommensschwache Haushalte würden die Teuerung im Alltag spüren.