Muss immer zu Container fahren

Bürgerin verärgert: "Ich will endlich den Gelben Sack!"

Der Plastikmüll stapelt sich im Gang, wird nie abgeholt. Eine Klosterneuburgerin schildert ihren Alltag – und kritisiert das Müllsystem der Stadt.
Victoria Carina  Frühwirth
01.02.2026, 06:00
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Wenn Isabella Farkasch (69) ihre Wohnung betritt, sieht sie zuerst den Müll. Säcke voller Plastikverpackungen oder Aludosen mit geleerten Thunfisch-Katzenfutter lehnen hier aneinander. "Ich will endlich einen gelben Sack!", fordert die Autorin aus Klosterneuburg im "Heute"-Gespräch.

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Keine Plastik-Müllabfuhr für Klosterneuburg

Das Problem: Während Bio-, Rest- und Papiermüll von der Müllabfuhr vor der Haustür mitgenommen werden, gibt es in Klosterneuburg keine Müllabfuhr für Plastik- und Metall-Müll. Von der Bevölkerung wird erwartet, dass jeder Bürger seinen eigenen Plastik- und Alu-Müll daheim sammelt und eigenständig zu einem der wenigen Müll-Container in der Stadt bringt.

Einen Gelben Sack oder eine Gelbe Tonne pro Haushalt gibt es in der Stadt am Speckgürtel Wiens nicht – anders als in Hunderten anderen NÖ-Gemeinden, die den Gelben Sack seit 2023 führen.

Restmüll leer, aber Plastik türmt sich

Während ihre Restmülltonne "höchstens bodenbedeckt" ist, wachsen bei Isabella Farkasch die Kunststoff- und Metallberge in der Wohnung. Verpackungen von Holzbriketts, Dosen von Katzenfutter, Plastikfolie – all das muss getrennt vom Restmüll gesammelt werden und wird somit nicht abgeholt.

Aus Platzmangel hat die Autorin begonnen, den "selbst zu betreuenden" Gelben Sack in der Restmülltonne aufzubewahren, damit sich im Haus kein Müll sammelt. Zwischenzeitlich hat sie den Plastikmüll sogar im Altpapiercontainer gelagert, wenn die Restmülltonne schon mit Katzenfutterdosen und Verpackungen vollgefüllt war.

Plan geht höchstens für Autofahrer auf

Die Autorin ist nicht die einzige Bürgerin, die das Ausbleiben einer "Plastik-Müllabfuhr" stört. Immer wieder lassen Stadtbewohner ihren Frust auf Facebook aus. Im "Heute"-Gespräch beschreibt sie ihren Alltag mit dem Müllentsorgen als unnötig kompliziert. Sie wohne in der Oberen Stadt, erzählt sie: "Ich muss mit dem Auto zum nächsten Müllcontainer den Berg hinunterfahren. Darüber muss ich mir auch erst einmal Gedanken machen. Menschen mit Auto tun sich deutlich leichter, andere müssten den Berg hinunter- und wieder hinaufgehen."

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Farkasch sagt, es sei mühsam, immer wieder zur Sammelstelle in der Feldstraße zu fahren. Besonders dann, wenn der Sack voller Plastikmüll im Auto umkippt und sie alles wieder zusammensammeln muss. Für Menschen ohne Auto sei die Situation noch schwieriger, bemerkt sie, und denkt an Fahrradfahrer mit Müllsäcken am Gepäckträger oder Bus-Fahrgäste, die ihren Katzenfutter-Abfall zur nächsten Müllinsel fahren sollen.

Plädoyer für die Müllabfuhr

Für die 69-Jährige ist klar: Die Abholung des Gelben Sacks direkt vor der Haustür würde den Alltag erleichtern – nicht nur für sie, sondern für viele Menschen in Klosterneuburg.

Die Stadt Klosterneuburg hält indes am bestehenden Sammelsystem fest, auch, als der Rest Niederösterreichs sich 2023 zum Gelben Sack in jedem Haushalt entschließt. Eine Abholung von Plastik- und Metallmüll mittels Gelbem Sack vor der eigenen Haustür ist in Klosterneuburg schlichtweg nicht vorgesehen.

Stattdessen setzt die Gemeinde auf zentrale Sammelstellen mit Gelben Containern bei Müllinseln für Glasreste, in denen Leichtverpackungen und Metallmüll entsorgt werden können.

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