Stürmer und Verteidiger

Beziehungsstreit? Paarberaterin klärt über Muster auf

Streitereien in einer Beziehung: Paarberaterin Judith Gahleitner erklärt den Ursprung und welche Muster sich dahinter verbergen.
Olivia  Brandstetter
01.02.2026, 05:00
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Beziehungen, Streitereien, Nähe, Verständnis: Als Paar-, Lebens- und Sozialberaterin hat Judith Gahleitner einen tiefen und erfahrenen Einblick in diese Thematiken. Sie ist in Münchendorf (Bezirk Mödling, ) tätig. Den Grund für Streit sieht sie dabei aber eigentlich nicht im Streitthema.

Ursprung von Streit

"Paare streiten selten über das, worüber sie glauben zu streiten. Es geht fast nie um Haushalt, Zeit oder Schwiegereltern", so Gahleitner und erklärt weiter: "In Wahrheit müssen Paare lernen, anders miteinander in Beziehung zu gehen."

Statt Schuld und "richtigem Verhalten" liegt der Fokus von Gahleitner bei den Themen emotionale Sicherheit, Bindung und dem Gefühl, gesehen zu werden.

Die Dynamiken sollen sichtbar und verständlich gemacht, Schulzuweisungen aufgelöst sowie Wege aus diesen Mustern gezeigt werden – das ist ihr Ziel.

Stürmer vs. Verteidiger

Diese Rollen gibt es nicht nur im Fußball, sondern auch im Streit. Der Stürmer ist dabei die Person, die das Gespräch sucht. Sie will klären, lösen und Nähe wiederherstellen. Der Verteidiger ist die Person, die Eskalation aus dem Weg geht. Sie zieht sich zurück und schützt sich mithilfe von Distanz.

Und obwohl sich die Strategien so stark unterscheiden, steht doch das gleiche Ziel im Mittelpunkt, nämlich Nähe und Sicherheit. "Das Thema wechselt – das Muster bleibt. Und genau dieses Muster bringt Paare in eine Eskalationsspirale", erklärt Gahleitner.

Inneres Kind kommt heraus

Wenn es in Streits zu Eskalationen kommt, sind nicht nur zwei reflektierte Personen miteinander konfrontiert, sondern auch Verletzungen aus früheren Beziehungen – wichtig sei daher auch "Innere-Kind-Arbeit".

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"Wenn Menschen plötzlich beleidigt, wütend oder trotzig reagieren, ist fast immer das innere Kind am Steuer", so Gahleitner und weiter: "Diese Reaktionen stammen selten aus der aktuellen Beziehung, sondern aus früheren Bindungserfahrungen."

Gesprächskultur verändern

Auseinandersetzungen kommen auf, wenn Bedürfnisse nicht eindeutig wahrgenommen und nur als Vorwürfe angesprochen werden. "Wenn Paare lernen, das dahinterliegende Bedürfnis auszusprechen, statt den Partner anzugreifen, verändert sich die gesamte Gesprächskultur – und damit auch die emotionale Sicherheit", so die Paarberaterin.

Trennung als offenes Thema

"Viele Menschen trennen sich, ohne ihre inneren Muster zu verändern. Das führt oft dazu, dass dieselben Dynamiken in der nächsten Beziehung wieder auftauchen", so Gahleitner. Beziehungsarbeit sei auch Persönlichkeitsarbeit.

Sicherer Hafen

Gahleitner bleibe bei den Beratungen unparteiisch: "Sie steht nicht auf der Seite eines einzelnen Partners, sondern auf der Seite der Beziehung", heißt es in der Aussendung. Wenn Stabilität und Sicherheit in der Beziehung gegeben sind, würde sich das positiv auf alle Bereiche des Lebens auswirken. Gahleitner erläutert: "Wenn sich die Dynamik verändert, verändert sich fast alles andere mit." Sie startet bei der Art und Weise, wie Personen Liebe, Kommunikation und Schutz ausdrücken.

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