Internes Schreiben

Bundesheer warnt: So will Putin Österreich infiltrieren

Österreichs Bundesheer warnt seine Soldaten. In einem Schreiben werden mögliche Annäherungsversuche ausländischer Spione beschrieben.
Michael Rauhofer-Redl
14.08.2026, 09:14
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Das Bundesheer schlägt intern Alarm! Wie von "Heute" berichtet, erhielten Soldaten in Österreich eine dringliche Nachricht. Demnach sucht das Bundesheer nach Hinweisen auf 21 Personen, die unter diplomatischer Tarnung für russische Geheimdienste tätig gewesen sein sollen.

Diese Personen sollen für Russland spioniert haben.
Bundesheer

So gehen ausländische Spione vor

Zusätzlich verschickte das Bundesheer eine Liste, worauf Soldaten achten sollen. Das Schreiben enthält eine ausführliche Liste an Indikatoren, "die auf eine mögliche nachrichtendienstliche Anwerbung" hinweisen. Dies umfasst die Themenbereiche "Ansprache", "Anbahnung", "Kultivierung" und "Zusammenarbeit".

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Die Liste beschreibt typische Warnsignale dafür, dass eine Person versucht, jemanden schrittweise für eine nachrichtendienstliche Zusammenarbeit anzuwerben. Auffällig ist: Die Anwerbung beginnt oft völlig harmlos und wird erst mit der Zeit konkreter.

Das sind die wichtigsten Punkte

  • Ungewöhnliches Interesse: Ein ausländischer Diplomat, Offizier, Forscher, Akademiker oder Vertreter einer Organisation zeigt auffällig großes Interesse an einer Person, obwohl Stellung oder Funktion stark auseinanderliegen.
  • Interesse am Beruf: Das Gegenüber fragt zunehmend nach dienstlichen Angelegenheiten und möchte persönliche Treffen.
  • Vertrauen wird aufgebaut: Anfangs geht es vor allem um Privates, Familie, persönliche Interessen oder Probleme. Auch Alkohol kann bei Treffen eine Rolle spielen.
  • Einseitige Erreichbarkeit: Die Person selbst ist nur schwer oder eingeschränkt kontaktierbar, während sie gleichzeitig den Kontakt aufrechterhält.
  • Erste harmlose Gefälligkeiten: Zunächst werden Informationen verlangt, die sogar öffentlich zugänglich sein können. Dafür gibt es kleine Geschenke oder andere Aufmerksamkeiten
  • Persönliche Abhängigkeit: Das Gegenüber bietet Hilfe bei privaten Problemen oder besondere Gefälligkeiten an und präsentiert sich zunehmend als guter "Freund".
  • Aufträge werden konkreter: Später gibt es genaue Vorstellungen darüber, welche Informationen beschafft werden sollen.
  • Druck und Erpressung: Werden Informationen nicht geliefert oder soll die Zusammenarbeit beendet werden, kann die Stimmung kippen. Im Extremfall wird mit kompromittierenden Informationen gedroht.
  • Konspirative Treffen: Treffen finden etwa am Wochenende statt, beide Personen reisen getrennt an und ab und für Ausfälle existieren bereits vorher vereinbarte Ersatztreffpunkte.
  • Geheime Kommunikation: Ein eigenes Mobiltelefon, spezielle Computerprogramme oder versteckte Ablageorte für Informationen und Gegenstände sind besonders deutliche Warnzeichen.
  • Ungewöhnliche Bezahlung: Für Informationen gibt es Bargeld, Kryptowährungen, Gutscheine oder andere Gegenleistungen.
  • Übergabe an einen neuen Kontakt: Der bisherige Ansprechpartner verschwindet und übergibt die Verbindung an einen angeblichen Freund oder Kollegen.

Das zentrale Muster: Die Kontaktaufnahme entwickelt sich stufenweise von Ansprache über Vertrauensaufbau und kleine Gefälligkeiten bis hin zu konkreten Informationsaufträgen, Bezahlung, Geheimhaltung und womöglich Erpressung. Ein einzelner Punkt muss noch keine Spionage bedeuten. Treffen jedoch mehrere dieser Anzeichen zusammen, steigt der Verdacht deutlich.

Bei einem begründeten Verdacht sieht die vorliegende Information eine Meldung an die Meldestelle Spionage des Verteidigungsministeriums vor.

Regierung verschärft Ton

Der langjährige Direktor der Diplomatischen Akademie und frühere Botschafter in Moskau, Emil Brix, sieht die neue, härtere Gangart der heimischen Politik gegenüber russischen Vertretern positiv.

Das frühere übliche Wegschauen bei Spionageverdacht sei spätestens nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine nicht mehr angebracht gewesen, erklärte Brix am Freitag im Ö1 Morgenjournal. Österreich korrigiere nun seine Linie. Der frühere Botschafter vermutet, dass es diesbezüglich "auch einen Druck aus westlichen Ländern" gegeben habe.

{title && {title} } mrr, {title && {title} } 14.08.2026, 09:14