Die Salzburger Arbeiterkammer hat nicht schlecht geschaut, als sie von der PFAS-Belastung beim Parkhotel Brunauer erfahren hat. Zwar war bekannt, dass das Gelände früher einmal von einer KFZ-Werkstatt genutzt wurde und daher belastet sein könnte, aber mit einer Verunreinigung durch PFAS – also per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – hat dort niemand gerechnet.
Wie "ORF Salzburg" berichtet, war das für die Verantwortlichen eine ziemliche Überraschung. Die Arbeiterkammer plant an diesem Standort in der Elisabeth-Vorstadt ein Wohnprojekt. Konkret sollen dort 34 leistbare Mietwohnungen entstehen – durch eine Kombination aus Hotelrenovierung und Neubau.
PFAS sind eine große Gruppe von Industriechemikalien. Sie werden vom Menschen hergestellt und kommen in der Natur eigentlich nicht vor. Kaum war der Bau losgegangen, hat das Magistrat informiert, dass auf einem Nachbargrundstück bei einer Messung PFAS gefunden wurden. Die Verunreinigung sei aber nur leicht.
Trotzdem muss man jetzt das Grundwasser mit Aktivkohle reinigen und für den Aushub eine passende Deponie suchen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch mehr Geld, sagte Arbeiterkammerpräsident Peter Eder gegenüber dem "ORF Salzburg". Wer die Messung beauftragt hat, weiß die Arbeiterkammer bis heute nicht.
Sicher ist aber, dass das Land Salzburg seit 2022 ein Umweltmonitoring mit PFAS-Messungen in mehreren Stadtteilen durchführt. Die KPÖ Plus vermutet sogar, dass es inzwischen eine eigene PFAS-Datenbank beim Land gibt.
Ein Sprecher von Umweltreferentin Marlene Svazek (FPÖ) hat bestätigt, dass im Fall des Hotel Brunauer tatsächlich eine externe Firma gemessen und das Ergebnis geliefert hat. Eine eigene PFAS-Datenbank gibt es laut ihm aber nicht. Die KPÖ Plus fordert jetzt, dass alle PFAS-Messergebnisse veröffentlicht werden. Die Grünen wiederum wollen eine eigene Koordinationsstelle für PFAS, damit so ein Fall wie beim Parkhotel Brunauer in Zukunft nicht mehr passiert.
Auch am Salzburger Flughafen hat man 2022 schon Probleme mit PFAS gehabt. Damals wurden gefährliche Chemikalien im Boden gefunden, die sogar das Grundwasser belastet haben. Die Ursache: Löschmittel der Flughafenfeuerwehr, die bei Bränden von flüssigen Stoffen wie Kerosin dem Wasser beigemischt werden.