Große Aufregung rund um die OMV-Raffinerie in Schwechat: Im Grundwasser nördlich des Areals wurden sogenannte Ewigkeitschemikalien gefunden. Betroffen ist der Raum Mannswörth im Bezirk Bruck an der Leitha. Die Stoffe sollen aus PFAS-haltigem Löschschaum stammen, der früher bei Feuerwehrübungen eingesetzt wurde.
PFAS werden auch Ewigkeitschemikalien genannt. Manche jener Substanzen gelten als krebserregend, sie können Leber und Nieren schädigen.
Für Anrainer gilt nun eine klare Warnung: Grundwasser aus betroffenen Bereichen soll vorerst nicht als Trinkwasser verwendet werden. Auch zum Gartengießen, Poolbefüllen, für Tiere oder ähnliche Zwecke wird davon abgeraten. Das öffentliche Trinkwassernetz sei laut OMV und Gemeinde aber nicht betroffen.
Besonders heikel: Viele Bewohner in der Gegend nutzen laut "Standard" private Hausbrunnen. Wie viele davon betroffen sind, ist noch unklar. Die Haushalte im betroffenen Gebiet werden nun von OMV und Stadtgemeinde Schwechat schriftlich informiert.
Bei Messungen wurden Werte von bis zu 0,3 Mikrogramm pro Liter festgestellt. Das ist dreimal so hoch wie der seit Jänner geltende EU-Grenzwert. Bei anderen getesteten Hausbrunnen lag die Überschreitung bei rund zehn bis 15 Prozent.
Matthias Zessner, Professor an der TU Wien, gab im "Standard" an: "Das erhöhte Level ist zwar durchaus kritisch, aber es besteht keine akute Toxizität." Die OMV betont, man stimme das weitere Vorgehen mit den Behörden ab. Außerdem soll das Sicherungssystem erweitert werden, damit PFAS künftig vollständig entfernt werden kann.
Greenpeace fordert unterdessen volle Aufklärung. Die Umweltschützer verlangen ein österreichweites Monitoring, ein öffentliches PFAS-Register und ein rasches EU-weites Verbot dieser Chemikalien.