Es ist weltweit ein großes Problem und eine Gefahr für die Gesundheit. In China rücken Behörden jetzt verstärkt gegen sogenannte Geisterküchen vor. Dabei handelt es sich um Restaurants, die nur online existieren und keine physischen Lokale betreiben. Diese Betriebe vergeben Bestellungen an Drittanbieter, die sie oft zu günstigen Preisen abwickeln, um den eigenen Gewinn zu maximieren.
Tausende dieser Geisterküchen wurden landesweit entdeckt. Die niedrigen Preise gehen laut Experten jedoch häufig zulasten der Lebensmittelsicherheit. Ab sofort müssen Lieferplattformen die Lizenzen und Adressen der Restaurants überprüfen. Händler sind verpflichtet, die Angaben im Netz mit den tatsächlichen Standorten abzugleichen und anzugeben, ob sie auch vor Ort Speisen anbieten.
Die verstärkte Kontrolle begann bereits im Vorjahr, nachdem ein Kunde in Peking eine Beschwerde über einen ungenießbaren Kuchen eingereicht hatte. Die Ermittlungen zeigten, dass die betroffene Kuchen-Kette zwar fast 380 Standorte auf Lieferplattformen gelistet hatte, aber kein einziges Geschäft tatsächlich existierte. Zudem sollen gefälschte Geschäftslizenzen verwendet worden sein.
Im Zuge der Untersuchungen entdeckten die Behörden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua insgesamt 3,6 Millionen Kuchenbestellungen auf zwei Plattformen, die zur Weiterleitung von Aufträgen genutzt wurden. Zuletzt wurden 67.000 Geisterläden auf sieben großen Apps gefunden. Zusammen mit den Vermittlungsplattformen bildeten diese laut Xinhua eine illegale Lieferkette, an der auch die Lieferdienste beteiligt gewesen sein sollen.
Die Konkurrenz unter den Lieferservices ist in China besonders hart. Im vergangenen Jahr führte ein Preiskampf zu Warnungen der Regierung vor einem ruinösen Wettbewerb. Die Leidtragenden sind oft die Kuriere, die unter hohem Zeitdruck für wenig Geld arbeiten.
Im April verhängte die Marktaufsichtsbehörde laut Xinhua Geldstrafen in Höhe von insgesamt 3,6 Milliarden Yuan (rund 530 Millionen Dollar) gegen sieben große E-Commerce-Plattformen, darunter Taobao, JD.com, Meituan und Pinduoduo – hauptsächlich wegen Lieferungen aus Geisterküchen.
Um das Vertrauen der Konsumenten zu stärken, setzen einige Betriebe inzwischen auf mehr Transparenz: In der Stadt Hangzhou haben mehr als 20 Imbissstände sogenannte transparente Küchen mit Live-Kameras eingerichtet, sodass Kunden die Zubereitung ihrer Speisen in Echtzeit verfolgen können.
In der Provinz Anhui wurde zudem eine Vereinbarung mit großen Plattformen geschlossen, um mithilfe künstlicher Intelligenz Küchen zu überwachen und Lieferanten für Hinweise auf illegale Betriebe zu belohnen.